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ZFS stellt Angestellte in den USA frei

ZFS war der erste europäische Versicherer, der in den USA eine Niederlassung errichtet hat. Keystone

Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) hat mehrere seiner US-Mitarbeiter freigestellt.

ZFS zog damit die Konsequenzen aus Untersuchungen der US-Justiz über die Geschäftspraktiken von Versicherungs-Maklern.

Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) steckt mitten im Strudel des Skandals um den US-Versicherungsbroker Marsh & McLennan.

ZFS hat aus diesem Grund in den USA «gewisse Geschäftspraktiken mit Versicherungsmaklern» überprüft. Mehrere Mitarbeiter von Zurich North America Commercial wurden deshalb freigestellt.

Wo unzulässiges Geschäftsgebahren auftrete, greife Zurich durch, hiess es in einer Mitteilung des Konzerns vom Freitag.

Die freigestellten Mitarbeiter waren in der Einheit Specialties Business im Excess Casualty Underwriting tätig. Die relativ kleine Abteilung ist auf Zusatzdeckungen im Haftpflichtgeschäft spezialisiert und arbeitet dabei auch mit Marsh & McLennan zusammen.

Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter will ZFS keine Angaben machen. Diese seien aber nicht entlassen worden, sondern erhielten weiter ihren Lohn, betonte der Konzern.

Daniel Hofmann, Media Relations Director der ZFS in Zürich sagte gegenüber swissinfo: «Es gibt bis jetzt keinen Verdacht und keine Vorwürfe gegenüber diesen Leuten.»

Hofmann weiter: «Dies ist eine interne Untersuchung; und es ist schwierig, eine Untersuchung gegen Menschen zu führen, die gleichzeitig arbeiten.» Die Freigestellten müssten sich für weitere Befragungen zur Verfügung halten.

Folge von Spitzers Untersuchung

Die ZFS reagiert mit der Überprüfung der Geschäftspraktiken auf die kürzlich eingereichte Klage der New Yorker Staatsanwaltschaft gegen den US-Versicherungsbroker Marsh&McLennan. Die ZFS wird unterstützt von der Anwaltskanzlei LeBoeuf, Lamb, Green & MacRae.

Dem weltweit grössten Versicherungsbroker Marsh & McLennan wird von Staatsanwalt Eliot Spitzer vorgeworfen, von Versicherern so genannte Kontingent-Kommissionen (von der Anzahl vermittelter Verträge abhängiger Prämien) eingefordert zu haben.

Spitzer sprach von Marktmanipulationen zu Lasten von Endkunden und überhöhten Prämien. Die ZFS ist in Spitzers Klageschrift aufgeführt, wird aber nicht beschuldigt.

Die Zurich wolle auch einen «sorgfältigen Blick» auf ihre Geschäftsbeziehungen mit Marsh & McLennan werfen. Sie arbeite mit der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der branchenweiten Untersuchung zusammen.

Chefwechsel und Stellenabbau

Nachdem Marsh&McLennan Ende Oktober seinen Chef ausgewechselt und dem Kontingent-System abgeschworen hatte, sah die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft von einer strafrechtlichen Verfolgung ab.

Anfang November gab der Makler dann einen Stellenabbau von 5% oder rund 3000 Stellen weltweit bekannt. Die Kosten für Restrukturierung und Rückstellungen im Zusammenhang mit den Rechtsproblemen hatten den Quartalsgewinn einbrechen lassen. Vizepräsident von MMC ist der ehemalige Verwaltungsratspräsident der UBS, Mathis Cabiallavetta.

Bisher keine negativen Börsen- Reaktionen

An der Börse blieben negative Reaktionen weitgehend aus. Die genauen Verstrickungen seien zwar unklar, schrieb Georg Marti, Analyst der Zürcher Kantonalbank.

Gemäss Marti sei aber nicht anzunehmen, dass die Zurich-Gruppe massgeblich durch die branchenweiten Unregelmässigkeiten betroffen sei. Bei der formellen Eröffnung von Spitzers Untersuchung gegen Marsh & McLennan war die Zurich-Aktie im Oktober um mehr als zehn Prozent abgewertet worden.

swissinfo und Agenturen

ZFS wurde 1872 gegründet.
In den USA ist ZFS seit 1912 vertreten.
ZFS ist der drittgrösste kommerzielle Versicherer in den USA.
2003 betrugen die ZFS-Prämien-Einnahmen weltweit 48,9 Mrd. Dollar.
Der Konzern ist in über 50 Ländern vertreten und beschäftigt rund 62’000 Personen.

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