Zibelemärit: Gedränge in Berns Gassen
Der Zibelemärit hat am Montag bereits am frühen Morgen Tausende aus Nah und Fern angelockt. Es werden erneut weniger Zwiebeln angeboten.
Seit 5 Uhr werden an gegen 700 Marktständen Zwiebeln, andere Gemüse und Waren aller Art verkauft. Wie immer dominieren die zu Zöpfen und Kränzen geflochtenen Zwiebeln. Heuer sind es nach Angaben der Stadtpolizei rund 54 Tonnen gegenüber rund 60 Tonnen im Jahr 2000; 1999 standen gar noch 70 Tonnen zum Verkauf.
Der Zibelemärit sei ruhiger angelaufen als in füheren Jahren, sagte Polizeisprecher Franz Märki. Unter anderem habe man deutlich weniger Autocars von auswärts gezählt. Eine definitive Bilanz könne jedoch erst am frühen Abend gezogen werden.
Ausser den Zwiebeln sind seit einigen Jahren auch überdimensionierte Plastikhämmer und -keulen ein festes Element des bernischen Volksfestes. Einige überdimensionierte Exemplare hat die Polizei laut Märki bereits sichergestellt.
Zu einem Unfall kam es am Waisenhausplatz bei einem Zusammenstoss zwischen einem Lieferwagen und einem Marktstand. Dabei flossen 64 Flaschen Glühwein aus, die an diesem Novembermorgen eigentlich Marktbesucherinnen und -besucher wärmen sollten. Viele waren mit frühen Extrazügen angereist.
Streit um Ursprung
Der Zibelemärit findet jeweils am 4. Montag im November statt. Der Streit um den Ursprung des Fests ist in Bern noch immer nicht beigelegt. Laut dem Volkskundler Rudolf J. Ramseyer geht er nicht auf den Stadtbrand von 1405 zurück, sondern entwickelte sich erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts.
Erst seit damals kämen Bäuerinnen aus dem Seeland und dem Freiburgbiet um den Martinstag (11. November) mit Gemüse nach Bern; die Martinimesse dauerte damals noch zwei Wochen.
Von einem «Zwiebeldank» an die Freiburger für die Mithilfe nach dem Stadtbrand findet sich laut Ramseyer dagegen nichts in den Archiven der beiden Städte. Trotzdem hält sich die Legende in Bern hartnäckig.
swissinfo und Agenturen
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