Zustupf beim Kauf eines E-Bikes
Elektro-Zweiräder sollen schweizweit gefördert werden: Bund und Städte wollen, dass mehr Energie-effiziente Fahrzeuge in den Verkehr gelangen.
Angefangen hatte alles vor einem Jahr im Kanton Bern, als in Zusammenarbeit mit «Energie Schweiz», dem Energiesparprogramm des Bundes, das Label «NewRide» ins Leben gerufen wurde.
Mit einer grossen Marketing-Aktion wurde im Kanton Bern damals für die noch wenig populären und relativ teuren Fortbewegungsmittel geworben. «Wir konnten jedoch nicht so viele Fahrzeuge verkaufen, wie wir uns erhofft hatten», sagte die Berner Regierungsrätin Dori Schaer-Born am Montag vor den Medien.
2002: Verkauf verdoppeln
Was regional Probleme bot, soll nun mit grösserem Aufwand in verschiedenen Städten gleichzeitig zum Durchbruch kommen: «NewRide 2002» des Bundesamtes für Energie ist lanciert.
Zielgruppe von «NewRide» sind nicht in erster Linie die Jugendlichen. «E-Bikes sind ideal für 40-Jährige, die gerne im Anzug zur Arbeit fahren und dabei nicht schwitzen wollen», sagte Schaer-Born. Ebenfalls angesprochen sind Personen, die nicht mehr so sportlich sind. Das Mindestalter zum Fahren von E-Bikes ist 14 Jahre.
Für das Jahr 2002 erhofft man sich eine Verdoppelung des Elektro-Bike-Marktes. Mit der Stadt Zürich und dem Kanton Basel hat das Projekt zwei starke Partner gefunden.
Kunden mit Vergünstigungen belohnen
In Zürich werden E-Bike-Interessierte am stärksten unterstützt. Die Stadt setzt Mittel aus dem Stromsparfond des Elekrizitätswerks ein, um E-Fahrzeuge zu fördern und ein Netzwerk aufzubauen. Bis zu 1000 Franken Förderungsbeiträge erhalten Zürcher, die sich ein E-Bike oder einen E-Scooter kaufen.
Für die Einwohner der Stadt Basel werden zehn Prozent des Kaufpreises aus den Mitteln des Förderfonds übernommen. Dazu schenkt der Kanton den Käufern während der ersten zwei Jahre den Solarstrom für die Elektrofahrzeuge.
Anreize für Händler, das Angebot zu vergrössern
Schwerpunkt des nationalen Förderprojekts für Elektro-Zweiräder ist die Schaffung eines «NewRide»-Händlernetzes. Rund 120 bis 150 Händler sollen in der Schweiz für Qualität und ein florierendes Geschäft sorgen.
«Die Velohändler konnten sich mit der Kombination von Pedal und Motor nicht anfreunden. Das entspricht nicht ihrem Berufsbild», erklärte Urs Schwegler von «New Ride» gegenüber swissinfo.
Sehr sparsam im Verbrauch
Der Energieverbrauch von E-Bikes beträgt umgerechnet rund 0,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Hans Luzius Schmid, Vizedirektor des Bundesamtes für Energie, rechnete vor, wie viel Einsparungen gemacht werden könnten und wieso «Energie Schweiz» das Projekt bis jetzt mit insgesamt einer Million Franken unterstützte.
Wenn in der Schweiz 80 Prozent der Personenwagen-Fahrten bis zu 5 Kilometer nicht dem Auto durchgeführt würden, könnten 572 Tonnen Benzin – das sind 14 Prozent des gesamten Schweizer-Verbrauchs – oder eine Milliarde Franken der Benzinrechung gespart werden, sagte Schmid.
Felix Münger und Agenturen
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