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Zwei Milliarden für die Winterthur

Credit Suisse CEO Lukas Mühlemann warb für den Kauf der Winterthur Versicherungen. Keystone

Die Credit Suisse Group (CSG) greift ihrer Versicherungs-Tochter Winterthur erneut unter die Arme.

Das Sorgenkind des Finanzkonzerns kann damit seine Kapitalbasis stärken. Die CSG hat vor einem schlechten Quartalsergebnis gewarnt.

Die CSG habe das Aktienkapital der Winterthur Versicherungen um 600 Mio. Franken erhöht und der Winterthur Leben 1,4 Mrd. Franken in Form eines direkten Kapitalzuschusses zukommen lassen, teilte die Grossbank am Mittwoch in einem Communiqué mit.

Mit der erneuten Kapitalspritze hat die CSG ihrer Versicherungstochter innerhalb von gut vier Monaten mit insgesamt 3,76 Mrd. Franken unterstützt.

Auch diese jüngste Transaktion wird durch überschüssige Liquidität der CSG-Holdinggesellschaft finanziert und hat laut CSG keinen Einfluss auf die Kernkapitalquoten im Bankbereich. Die CSG sei weiterhin angemessen kapitalisiert.

Kosten einsparen

Laut Oswald Grübel, nach Lukas Mühlemanns Abtritt ab 2003 der Co-Chef der CSG, wird damit die Winterthur auf eine Basis für weiteres Wachstum gestellt. Mit Kosteneinsparungen, selektiver Zeichnungspolitik, Prämienanpassungen und einer neuen Anlagestrategie will die CSG nun das operative Ergebnis verbessern.

«Die Winterthur ist nun ausreichend kapitalisiert», sagte CSG-Sprecher Paul Rimmer zur Frage nach weiteren möglichen Kapitalspritzen. Das Solvabilitätskapital zur Deckung des Prämienvolumens ist allerdings noch nicht auf der gewünschten Höhe. Zur Erreichung des gesteckten Ziels eines Deckungsgrades von 150 Prozent würden weitere Massnahmen geprüft, sagte Rimmer.

Gewinnwarnung

Infolge der anhaltenden Börsen-Baisse hat die Winterthur laut CSG im dritten Quartal einen deutlichen Verlust erlitten. Da auf Konzernebene die Credit Suisse First Boston einen operativen Verlust ausweisen werde, sei auch das Gruppen-Ergebnis beeinträchtigt.

Belastend wirke sich auch der im Vergleich zum zweiten Quartal reduzierte Reingewinn im Private Banking infolge Restrukturierungskosten und sinkender Erträge aus. Die CSG wies bereits für das zweite Quartal 2002 einen Verlust von 579 Mio. Franken aus. Genauere Zahlen wird die CSG am kommenden 14. November veröffentlichen.

Analysten nicht überrascht

Analysten zeigten sich weder über die Kapitalspritze noch die
Gewinnwarnung erstaunt. Die Winterthur- und CSFB-Verluste seien in Anbetracht der Marktverhältnisse absehbar gewesen, hiess es.
Kritischer wurde der Abfluss von CSG-Kernkapital beurteilt.

Die Börse goutierte die Massnahmen der CSG nicht. Der Kurs der
Namenaktie sackte im Vergleich zum Vorabend bis zu 5,2 Prozent ab. Der Schlusskurs lag bei 27,70 Franken noch 1,4 Prozent tiefer,
während der Swiss Market Index mit 2,8 Prozent im Plus lag.

swissinfo und Agenturen

1997: Credit Suisse kauft Winterthur
Juni 2002: Erste Kapitalspritze von 1,75 Mrd. Franken
Der Aktienkurs der CS ist innerhalb eines Jahres um fast 50% gesunken

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