Abgas und Schönwetter= mehr Ozon
Nicht das schöne Wetter, der Smog verbunden mit der Schönwetter-Periode der letzten zehn Tage hat die Ozonwerte anschwellen lassen. Vergangenes Wochenende wurden die Grenzwerte an 13 von 16 Messstationen überschritten.
Am Samstag und Sonntag wurden die Immissions-Grenzwerte von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter an 13 der 16 Messstationen des BUWAL übertroffen. Den höchsten Ozonwert verzeichnete Basel, wo am Samstag 199 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen wurden.
Sommersmog ist gefährlich
Kleiner Lichtblick: Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Ozonbelastung aber geringer. Die Anzahl der über dem Grenzwert liegenden Stunden ging gegenüber den frühen 90er-Jahren um 15 bis 20% zurück. Auch die Spitzenwerte liegen tiefer.
Sommersmog gefährdet die Gesundheit. Die Sonntagszeitung zitiert in ihrer Ausgabe vom 29. juli den Smogspezielisten Nino Künzli von der Universität Basel, der sagt, dass Asthmatiker häufiger Anfälle haben. Ozon führt auch zu Reizhusten und Kopfschmerzen. Zudem sei allgemein die körperliche Leisungsfähigkeit beeinträchtigt.
Der bisherige Jahreshöchstwert, gemessen Ende Mai in Lugano, liegt bei 247 Mikrogramm pro Kubikmeter, während früher Spitzenwerte um die 280 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht wurden. Peter Straehl, Wissenschaftlicher Adjunkt im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), führt diesen Rückgang auf die gesunkenen Schadstoff-Emissionen zurück.
Kein Thema mehr
Der Ausstoss von Stickoxid und flüchtigen organischen Verbindungen, aus denen Ozon gebildet wird, ging in den letzten zehn Jahren um 40% beziehungsweise 50% zurück. «Zufrieden sein kann man damit aber noch nicht», sagte Straehl. Der Schadstoffausstoss müsse nochmals um die Hälfte zurückgehen, damit die Ozongrenzwerte eingehalten werden können. Die Schadstoffe kommen vor allem vom motorisierten Strassenverkehr.
Der bisherige Rückgang ist für Straehl mit ein Grund, weshalb die Ozonbelastung nicht mehr ein so grosses Thema ist. Daneben spiele wohl auch der Gewöhnungseffekt eine Rolle. Überschrittene Grenzwerte seien ein chronisches Problem, an das sich die Menschen gewöhnt hätten. Gleichzeitig weist er aber darauf hin, dass Luftreinhaltung sich nicht auf das Ozonproblem eschränkt. «Die Luft ist auch sonst zu dreckig», sagte Straehl.
swissinfo und Agenturen
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