Balzan-Preise verliehen
Bei der Verleihung der Balzan-Preise 2001 für wissenschaftliche und friedens-stiftende Leistungen haben am Donnerstag französische Professoren dominiert.
Die drei Franzosen Marc Fumaroli (Literaturgeschichte und- kritik ab dem 16. Jahrhundert), Jean-Pierre Changeux (Kognitive Neurowissenschaft) und Claude Lorius (Klimatologie) konnten zusammen mit dem US-Amerikaner James Sloss Ackerman (Geschichte der Architektur) am Donnerstag im Bundeshaus von Bundesrätin Ruth Dreifuss den Balzan-Preis entgegennehmen.
Jeder der vier Preise ist mit einer Million Franken dotiert. Laut Auskunft der «Internationalen Stiftung Preis E. Balzan-Fonds» werden die Preisträger von dieser Summe je 500’000 Franken für die Nachwuchsförderung und Forschungszwecke zur Verfügung stellen.
Je zwei Geistes- und Naturwissenschafter
Marc Fumaroli gilt als lebhafter und provokativer Polemiker. Er erhielt den Preis für seine Forschungen zur Rhetorik des 16. bis 18. Jahrhunderts in Europa.
Den US-Amerikaner James Sloss Ackerman ehrte die Stiftung für seine Arbeiten zur Geschichte der Renaissance-Architektur. Während des Zweiten Weltkrieges war er in Italien im Einsatz, wo er bereits intensiv seine Kenntnisse über die italienische Renaissance vertiefte.
Dank seiner Untersuchungen über die Kommunikationsweise von Gehirnneuronen untereinander gilt der Naturwissenschafter Jean-Pierre Changeux als einer der Väter der modernen Neurobiologie.
Zu den grössten Verdiensten des Glaziologen Claude Lorius zählt die Entdeckung von seit Jahrtausenden im Eis eingeschlossenen Luftblasen, die Rückschlüsse auf das damalige Klima ermöglichen.
30 Mio. Preisgeld vergeben
Die Internationale Balzan-Stiftung wurde 1956 gegründet, als Angela Lina Balzan das grosse, von Vater Eugenio Balzan geerbte Vermögen der von ihr errichteten Institution zusprach. Die Internationale Balzan-Stiftung wird von Luisa Bürkler-Giussani (Zürich) und Bruno Bottai (Mailand) präsidiert.
Seit 1961 wurden weltweit 83 Persönlichkeiten und Hilfsorganisationen mit dem Balzan-Preis geehrt und über 30 Mio. Franken Preisgelder ausgerichtet. Die Stiftung verteilt die Preise für hervorragende wissenschaftliche, künstlerische, kulturelle und humanitäre Leistungen.
swissinfo und Agenturen
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