Bartgeier: In der Freiheit kein Nachwuchs
Das vor zehn Jahren gestartete Wiederansiedlungs-Projekt für den Bartgeier verläuft erfolgreich. Bisher wurden in der Schweiz aus dem europaweiten Zuchtprogramm 21 Jungvögel in die Freiheit entlassen. Die erste Geburt in Freiheit steht in der Schweiz allerdings noch aus.
In zwei Wochen werden erneut zwei Jungvögel ausgesetzt. Zwei Bartgeierpaare, die mit grösster Wahrscheinlichkeit im Schweizerischen Nationalpark freigelassen wurden, horsten derzeit im nahe gelegenen Stelvio Nationalpark auf italienischem Gebiet, wie die Projektleitung Stiftung pro Bartgeier am Freitag (25.05.) in Chur bekannt gab.
Das internationale Bartgeier-Projekt, in dem das schweizerische eingebettet ist, existiert seit 1978. Seither wurden rund 100 Jungvögel ausgesetzt. Alle Vögel stammen aus Zuchtstationen, von denen es in Europa ingesamt 32 gibt.
Überlebensrate von 60 bis 70 Prozent
Laut Luzi Bärtsch, Präsident der Schweizer Stiftung Pro Bartgeier, ziehen im Alpenbogen 60 bis 70 Bartgeier ihre Kreise. Die Überlebensrate beträgt somit 60 bis 70% und liegt im Schnitt der natürlichen Verbreitung. In der Schweiz wurden bislang rund 30 verschiedene Vögel beobachtet.
Der Bartgeier wird nach Einschätzung der Stiftung von der Bevölkerung gut akzeptiert. Die mutwilligen Abschüsse 1994 am Reschenpass im Südtirol und 1997 im Wallis seien Taten von Einzelpersonen gewesen und entsprächen nicht der Haltung der Jäger, die dem Wiederansiedlungs-Projekt ebenfalls positiv gegenüberstehen.
swissinfo und Agenturen
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