Cern: LHC-Neustart frühestens im November
Der Neustart des weltweit grössten Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) am Cern in Genf verzögert sich weiter.
Das Cern, die Europäische Organisation für Kernforschung, wagt noch keine genaue Prognose, wann die Versuchsreihe zur Beurteilung des LHC abgeschlossen sein wird. Im Moment laufen Tests, auf welchem Energie-Level die Anlage betrieben werden kann.
Der unterirdisch angelegte Teilchenbeschleuniger-Ring, in dem hochenergetische Teilchen in einer 27 Kilometer langen Röhre an der französisch-schweizerischen Grenze bis nahe der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, um sie dann aufeinanderprallen zu lassen, braucht mehrere Jahre, um seine volle Leistungskraft zu erreichen.
Mit dem LHC sollen Zustände erzeugt werden, die den Wissenschaftern Aussagen über die Entstehung des Universums und die Struktur der Materie möglich machen sollen.
Der LHC wurde am 10. September 2008 nach fast 20-jähriger Bauzeit und 3,9 Milliarden Euro Baukosten in Betrieb genommen. Nach nur neun Tagen musste die
Anlage wieder abgestellt werden, weil aus dem Kühlsystem Helium entwich.
Eigentlich wollte man den LHC bereits im April wieder in Betrieb nehmen. Technische Probleme verzögerten den Start jedoch.
Das Cern-Projekt ist umstritten. So wurden auch Prozesse gegen die LHC-Inbetriebnahme angestrengt. Skeptiker befürchteten, der Beschleuniger öffne ein so genanntes Schwarzes Loch, welches die ganze Erde verschlingen werde.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch