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«Das andere Davos» in Zürich

Hauptrefernt Tariq Ali: Alternative zu Neoliberalismus ist nötig. Keystone

Rund 450 Personen haben in Zürich an der Eröffnung der Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum teilgenommen. Hauptredner war der pakistanische Historiker, Journalist und Autor Tariq Ali.

In seiner Eröffnungsrede an der Veranstaltung «Das andere Davos» sagte Tariq Ali am Samstag, noch würden keine valablen Visionen für eine Alternative zum herrschenden Neoliberalismus existieren. Es sei aber nötig, solche zu entwickeln und zu verbreiten.

Dazu brauche es Ideen, und wenn diese zu Beginn lächerlich gemacht oder ignoriert würden, sei das nicht weiter schlimm: Den Vorreitern des Neoliberalismus sei es ebenso ergangen. Und doch habe ihre Theorie schliesslich Triumphe gefeiert.

Realistisch bleiben

Er sehe aber durchaus Anzeichen, dass sich früher oder später die Situation ändere, sagte Tariq Ali. Auch unter etablierten Politikern Europas seien bereits einzelne, die nicht mehr bedingungslos den Anweisungen der USA folgen wollten.

Allerdings gelte es, realistisch zu bleiben und sich nicht Illusionen hinzugeben, sagte Ali, der seit vielen Jahren in London lebt: Die Herrschaft von Kapitalismus und Neoliberalismus sei nun einmal eine Tatsache. Sie hätten grundlegende demokratische Werte zerstört, die Existenz zahlloser Menschen ruiniert und sie in Armut und Tod getrieben.

Globalisierung des Widerstands

Ebenso wie die Globalisierung des Kapitalismus müsse auch der Widerstand dagegen international koordiniert – globalisiert – werden. Das am Donnerstag beginnende Weltsozialforum in Porto Alegre (Brasilien) sei «ein bescheidener Anfang».

Gemäss Sarah Schilliger von der Bewegung «attac», die «Das Andere Davos» organisiert, ist dieses eine Partner-Veranstaltung des Weltsozialforums. Dass das WEF dieses Jahr nicht in Davos sondern in New York stattfinde, sei nicht wichtig. Wichtig seien die Inhalte.

Würdigung von Bourdieu

Schilliger würdigte den vor wenigen Tagen verstorbenen französischen Soziologen Pierre Bourdieu, der – wie vor einem Jahr- am Samstagabend per Video der Versammlung eine Grussbotschaft zukommen lassen wollte. Dies war nun nicht mehr möglich. Es sei aber ganz im Sinne von Bourdieu, sagte Schilliger, nach vorne zu schauen und das Ziel weiter zu verfolgen.

Nach der Eröffnungs-Veranstaltung wurden am Nachmittag und Abend in Workshops verschiedene Aspekten der Globalisierung und ihre Auswirkungen diskutiert. Eine Podiumsdiskussion am Abend ging auf die Frage ein, ob die Terrorismus-Bekämpfung bloss ein Vorwand sei, und – wie es heisst, tatsächlich der Imperialismus in eine neue Phase trete.

swissinfo und Agenturen

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