Der Gletscherschwund geht weiter
In den letzten zehn Jahren hätten die Gletscher in der Schweiz 12% ihres Volumens eingebüsst, wie Forschende an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETHZ) ermittelt haben.
Für den Gletscherstand 1999 berechneten sie so ein Gesamtvolumen von 74 Kubikkilometern (km3). Der Genfersee verfügt über ein Wasservolumen von 89 km3.
Seit 1999 gingen 9 km3 Eis oder 12% verloren – allein im Jahrhundertsommer 2003 betrug der Verlust 3,5%. Für die ETHZ sind dies beunruhigende Zahlen.
Bisher vermochte man nur grob zu schätzen, wie gross das Eisvolumen in den Schweizer Alpen ist, und wie stark es sich in den letzten Jahren verändert hat.
Wissenschafter um Martin Funk, Glaziologie-Leiter an der ETHZ-Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW), entwickelten ein neuartiges Verfahren, das Eisvolumen allein auf Grund der Topographie der Gletscheroberfläche und der geschätzten Verteilung der Oberflächenmassenbilanz zu berechnen.
Vorgestellt wurde es in der Zeitschrift ‚Global and Planetary Chance‘.
Das Verfahren wurde auf jene 59 Gletscher angewandt, die grösser als 3 Quadratkilometer (km2) sind. Für die übrigen 1400 Gletscher im Land leiteten die Forscher das Eisvolumen empirisch ab.
Vor 10 Jahren umfasste die vergletscherte Landesfläche der Schweiz 1063 km2 und hatte eine mittlere Eisdicke von 70 m.
Rund 88% des Eises war in den 59 grössten Gletscher gespeichert. Allein jene im Aletschgebiet fassten zusammen 24%.
swissinfo.ch
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