Flugverkehr ist Stressfaktor für Vögel
Vögel reagieren unterschiedlich auf Störungen durch Flugzeuge, Gleitschirme oder Helikopter. Das Spektrum reicht von geringer Unruhe über Auffliegen bis hin zu panikartiger Flucht.
Die Resultate einer Untersuchung über die konkreten Auswirkungen in der Schweiz sollen 2004 vorliegen.
Die Auswirkungen von Flugzeugen, Helikoptern oder Gleitschirmen auf Vögel sind in der Schweiz bisher kaum untersucht. Um diese Lücke zu schliessen, haben das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) 2001 ein Forschungsprojekt lanciert.
Die Reaktion der Vögel auf Störungen aus der Luft hängt von Flugzeugtyp, Vogelart und Situation ab Die lautlosen Modellflugzeuge zum Beispiel stören die Vogelwelt stark, wenn sie nahe vorbeifliegen.
Ungleiche Reaktionen
Gänse sind generell empfindlich, Höckerschwäne und Stockenten hingegen liessen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Und in der Brutzeit zeigen Vögel weniger sichtbare Reaktionen.
Vögel, die beispielsweise in einem Hafen leben und an den Lärm von Motorbooten und die menschliche Zivilisation gewöhnt sind, lassen sich von Flugzeugen kaum stören, sagte Marguerite Trocme von der Sektion Landschaft und Infrastruktur im BUWAL.
Kurz- und langfristige Störungen
Die Störungen wirken sich vor allem kurzfristig aus: Aufgescheuchte Vögel verbrauchen mehr Energie. Zudem bleibt ihnen weniger Zeit zur Nahrungsaufnahme. Langfristig können sich diese Energieverluste negativ auf die Fortpflanzung auswirken.
Die Studie fasst die Resultate von 190 Publikationen über Störungen der Vogelwelt durch Luftfahrzeuge auf der ganzen Welt zusammen. In einem zweiten Teil, der 2004 vorliegen soll, sollen nun Fallstudien in der Schweiz durchgeführt werden.
Ziel des Projekts ist es, Kriterien auszuarbeiten, mit denen übermässige Auswirkungen der Luftfahrt auf Naturschutzgebiete eingedämmt werden können.
swissinfo und Agenturen
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