Mehr Geld für Schweizer Forschung verlangt
Der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat fordert, dass das Budget in diesem Bereich ab 2004 um jährlich 10 Prozent erhöht wird.
Im «Manifest für den Denkplatz Schweiz» macht sich der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat (SWTR) für die wissenschaftliche Bildung und Forschung stark. Er verlangt dafür mehr Geld, strengt aber auch einen Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft an. «Wir brauchen eine Lobby», sagte SWTR-Präsident Gottfried Schatz am Mittwoch vor den Medien.
Der SWTR sieht das hiesige Bildungs- und Forschungsniveau in Gefahr. Der internationale Wettbewerb verschärft sich, die Universitäten stecken in Reformen, die Zahlen der Studierenden steigen – bei nahezu gleich bleibenden Finanzen. Schatz sprach von einer «sich ausweitenden Krise in der wissenschaftlichen Forschung».
10 Prozent mehr für Forschung
Die Lobby-Arbeit hat einen handfesten Grund: Zurzeit werden laut Schatz die Eingaben für das Bundesbudget 2004-2007 diskutiert. Für die Jahre 2002 und 2003 gewährt der Bund dem Bildungs- und Forschungsbereich ein jährliches Wachstum von 5 Prozent. Aus Sicht des SWTR reicht das künftig nicht aus.
Der SWTR fordert, das Budget ab 2004 für mindestens vier Jahre lang um jährlich 10 Prozent zu erhöhen. Vergleichbare Länder hätten ihren Bildungs- und Forschungsetat bereits angehoben. So stocke etwa Schweden seine Aufwendungen im nächsten Jahr um 10 Prozent auf.
Sollte sich der SWTR mit seiner Forderung durchsetzen, würde der Budgetrahmen von heute 3 Mrd. auf 4,5 Mrd. Franken steigen. Für SWTR-Präsident Schatz ist diese Erhöhung notwendig. Die Schweiz stehe nicht mehr in allen Forschungsbereichen an der Spitze, in denen sie früher führend war.
Pakt zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Laut Schatz wird es zusehends schwieriger, international angesehene Forscher in die Schweiz zu berufen. Der Geldmangel greife auch die Universitätsreformen an. Zurzeit laufe beispielsweise eine Erneuerung der Studiengänge, sagte Christoph Schäublin, Präsident der Uni-Rektorenkonferenz.
Die Manifestanten wollen die Universitäten in die Pflicht nehmen, die eingeleiteten Reformen zügig voranzutreiben und so moderne, effiziente Bildungsanstalten zu schaffen. Zudem treten sie für einen «Pakt» zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein, «um Probleme der Gegenwart und der Zukunft gemeinsam zu bewältigen».
Zu den Verfassern des Manifestes gehören neben Schatz und Schäublin der Präsident des ETH-Rates, Francis Waldvogel, sowie Heidi Diggelmann, Präsidentin des Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds. Über 50 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur haben es unterzeichnet.
swissinfo und Agenturen
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