SOS Storch wieder unterwegs
Obwohl in der Schweiz noch Hochsommer herrscht, machen sich 20 besenderte Jungstörche auf den Flug in ihr Winterquartier. Sie werden von vier Forscherteams begleitet - via Spanien nach Westafrika.
Das Projekt «SOS Storch» will erforschen, warum nur rund 10% der Schweizer Störche von ihrem Zug nach Süden in die Schweiz zurückkehren. Auf Grund der Resultate sollen Gefahren-Quellen wie Starkstrom-Leitungen möglichst minimiert werden: Der Bestand der heute 176 Weissstorch-Paare in der Schweiz langfristig zu sichern.
Suche nach Gefahrenquellen
Mit der zweiten Auflage des Projekts sollen die im Jahr 2000 gewonnenen Erkenntnisse vertieft und erweitert werden. Projektleiter Holger Schulz will Zufallsbeobachtungen ausschliessen können und weitere Gefahrenquellen finden.
Heuer sollen die Störche zudem über Gibraltar hinaus bis in ihre Winterquartiere verfolgt werden – im letzten Jahr flogen sie ins Grenzgebiet zwischen Mauretanien und Mali. Diese Begleitung bis an den Zielort ist notwendig, weil auch in Afrika Vögel verloren gehen, die Todesursachen aber bisher nicht bestimmt werden konnten.
Weiter verfolgt wird dabei auch der Zug von 12 im letzen Jahr mit Satelliten-Sendern bestückten Störchen, von denen noch Signale empfangen werden. Von den damals 25 Tieren wurden fünf getötet, vor allem durch Stromleitungen; acht Tiere gelten als verschollen.
Wasserturm wird saniert
Bereits im letzten Jahr konnten laut Schulz eine ganze Reihe von Gefahren-Quellen lokalisiert werden. Dazu gehört ein Wasserturm bei Montpellier in Frankreich, in welchem im Herbst 2000 sechs nicht besenderte Störche ertrunken waren. Weitere sechs konnten durch Projekt-Mitarbeiter gerettet werden.
Diese Todesfalle wird laut Schulz in Absprache mit den Betreibern voraussichtlich noch in diesem Herbst mit einem Schutzgitter gesichert. Wie bei der Behebung anderer lokalisierter Gefahrenquellen, habe man auch hier mit der Bürokratie von Unternehmen und Behörden zu kämpfen, meint Schulz.
Die zweite Auflage des Projekt SOS Storch kostet rund 800’000 Franken und wird durch Spenden und Sponsoren-Gelder finanziert. Träger der Aktion ist der Verein «Storch Schweiz». Konkrete Ergebnisse sollen bis im Frühjahr 2002 vorliegen.
swissinfo und Agenturen
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