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Bevölkerung der Schweiz: grosszügiger denn je

Über 50'000 Menschen riefen bei der Glückskette an, um zu spenden. Keystone

Die Spenden für die Opfer des Seebebens von privater Seite erreichten ein Rekordergebnis von 114 Mio. Franken.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2005 - 21:00 publiziert

Am Mittwoch, dem nationalen Trauertag, gedachte die Schweiz den Toten umd ihrer Angehörigen. Derweil intensiviert sich die Hilfe vor Ort.

Bei der Glückskette, der Spenden-Plattform der Schweizer Medien, verzeichnete man am nationalen Sammeltag vom Mittwoch einen Spendenrekord: 62 Mio. Franken wurden zugesagt. Das Callcenter mit 120 Freiwilligen stiess an die Grenzen seiner Kapazität, die Webseite war zeitweise nicht mehr verfügbar.

Mit den Spenden aus den Vortagen und jenen der Spendengala des Schweizer Fernsehens vom Mittwoch-Abend stehen nun insgesamt 114 Mio. Franken Spenden zur Verfügung.

Damit wurde der bisherige Glückskette-Rekord deutlich gebrochen: Im Herbst 2000 waren für die Opfer der Unwetter im Wallis und im Tessin 74 Mio. Franken gespendet worden.

Glückskette-Koordinator Roland Jeanneret sprach von einer überwältigenden Solidarität und dem höchsten Spendeergebnis, das in der Schweiz je bei einer privaten Sammlung zusammengekommen sei.

Trauerfeier am nationalen Trauertag

Der Mittwoch war von der Landesregierung zum nationalen Trauertag erklärt worden. Die Fahnen standen auf Halbmast und am Mittag läuteten die Kirchenglocken. Im Berner Münster fand am Nachmittag die nationale Trauerfeier statt.

Bundespräsident Samuel Schmid sprach den Betroffenen das tief empfundene Beileid der Regierung aus. "Wir teilen die Trauer vieler Personen, die ihre Nächsten verloren haben", sagte Schmid mit belegter Stimme vor rund 1200 Menschen im Berner Münster. "Wir wissen, dass diese Trauer lange dauern wird. Der Bundesrat steht Euch zur Seite."

An der gut einstündigen Feier nahmen auch die Bundesräte Micheline Calmy-Rey und Joseph Deiss teil sowie Mitglieder aller Kantons-Regierungen. Ebenfalls eingefunden hatten sich Diplomaten und Vertreter der Landeskirchen und der anderen grossen Weltreligionen.

Auch im Zürcher Grossmünster wurde eine Trauerfeier mit rund 500 Bersucherinnen und Besuchern abgehalten.

Schweizer Hilfe intensiviert

Bereits am Morgen hatte sich Aussenministerin Calmy-Rey nach ihrer Rückkehr aus dem Katastrophengebiet erschüttert gezeigt. Was ihr Überlebende während ihrer viertägigen Reise nach Thailand und Sri Lanka erzählt hätten, sei ein Albtraum. Den betroffenen Ländern versprach sie mit den vom Bundesrat gesprochenen 27 Mio. Franken konkrete Hilfe.

Die Schweizer Hilfswerke haben unterdessen ihre Hilfe vor Ort intensiviert. Sie konzentrieren ihre Aktivitäten auf Sri Lanka und Indien, wo sie über ein Netzwerk verfügen. Aber auch in Indonesien wird nach Hilfsmöglichkeiten gesucht.

Schweigeminuten in ganz Europa

Mit Schweigeminuten haben Millionen von Menschen in ganz Europa am Mittwoch der Opfer der Flutkatastrophe gedacht. In vielen Städten standen Busse und Bahnen still, die Fernseh- und Radiosender unterbrachen ihr Programm und Flaggen wehten auf Halbmast. Vielerorts versammelten sich Menschen zu Andachten.

Am Sitz der EU-Kommission in Brüssel kamen mehrere hundert Mitarbeiter zusammen. In Italien schlossen viele Geschäfte während der Trauerminuten die Türen. Der Papst sprach im Vatikan ein Gebet.

Milliarden-Hilfe angekündigt

Die katastrophalen Flutwellen in Asien haben rund 150'000 Menschen in den Tod gerissen.

Am Mittwoch traf US-Aussenminister Colin Powell in der indonesischen Krisenprovinz Aceh im Norden Sumatras ein. "Ich habe Krieg durchgemacht, ich habe Tornados gesehen, aber so etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Powell. Er sicherte den Menschen in der Katastrophenregion die Unterstützung Washingtons zu. Zahlreiche andere Länder stockten unterdessen ihre Hilfe auf.

Die Vereinten Nationen gehen von 3 bis 4 Mrd. Dollar aus, die bisher öffentlich angekündigt worden sind. UNO-Hilfskoordinator Jan Egeland mahnte die Geberländer, ihre milliardenschweren Hilfszusagen auch zu erfüllen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das Seebeben vom 26. Dezember 2004 vor der indonesischen Insel Sumatra erreichte die Stärke 9 auf der Richter-Skala.
Rund 150'000 Menschen wurden in den Tod gerissen.
Mehr als 2 Mio. Menschen benötigen dringend Nahrungsmittel.
Die Schweizer Regierung befürchtet bis zu 500 Schweizer Todesopfer.
Die von Staaten zugesagte Hilfe liegt zwischen 3 und 4 Mrd. Dollar.

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In Kürze

Am Mittwoch beging die Schweiz einen nationalen Trauertag für die Opfer der Flutwelle in Südasien.

Am Nachmittag nahmen Vertreter von Bundesrat, Kantonen, Landeskirchen und Weltreligionen an einer nationalen Trauerfeier im Berner Münster teil.

Die Glückskette kan einen Spendenrekord verzeichnen: Insgesamt 114 Mio. Franken seit Beginn der Sammlung.

Damit wird der bisherige Rekord von 74 Mio. aus dem Jahr 2000 für die Betroffenen des Unwetters im Wallis und Tessin deutlich übertroffen.

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