Schrumpfende Schülerzahlen in der Schweiz
In der Schweiz dürfte die Anzahl der Schüler und Schülerinnen in der Vor-, Primar- und Sekundarschule I bis 2014 um 105’000 oder 12% zurückgehen.
Dies entspricht dem Tiefststand von 1987. Regional weist die Entwicklung grosse Unterschiede auf.
Die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen werde im Jahr 2014 wahrscheinlich annähernd die Tiefststände von 1987 und 1988 erreichen, schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS).
Verantwortlich dafür sei die demografische Entwicklung. Der Rückgang der Schülerzahlen auf Primarstufe und Sekundarstufe I werde dauerhaft sein.
Bis 2014 sei auf der Primarstufe mit einem stetigen Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen: von 499’900 im Jahr 2003 auf 430’000 im Jahr 2014 (-14%).
Die Zahl der Lernenden auf der Sekundarstufe I werde voraussichtlich 2005 noch leicht zunehmen (257’900 im 2003 und 262’700 im 2005) und dann bis 2014 um 13% nachgeben (229’000).
Die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger der 9. Klasse dürfte bis zum Jahr 2007 weiter wachsen und danach sinken. Sollten sich die Szenarien längerfristig bewahrheiten, würden die Schülerzahlen dieser zwei Stufen bis gegen Ende des nächsten Jahrzehnts noch weiter zurückgehen.
Grosse regionale Unterschiede
Je nach Kanton rechnet das Bundesamt mit einer Entwicklungs-Bandbreite von -12% bis +13%. Für die Ostschweiz, den Espace Mittelland, die Nordwest- und Zentralschweiz sei ein Rückgang um 16% bis 22% zu erwarten und in der Genferseeregion um -6%.
In der Region Zürich würden die Schülerzahlen voraussichtlich stabil bleiben.
Kindergarten-Besuch entscheidend
Eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der künftigen Schülerzahlen kommt gemäss dem BFS dem Vorschulbesuch (Kindergarten) zu. In der Zentralschweiz und im Espace Mittelland werde die Zahl der Vorschülerinnen und Vorschüler stark von der Entwicklung der Vorschul-Besuchsdauer – ein oder zwei Jahre – abhängen.
Je nach Szenario könne die Entwicklung zwischen 2003 und 2014 für die Zentralschweiz -17% bis +18% und für den Espace Mittelland -10% bis +10% betragen.
In den anderen Regionen des Landes besuchen fast alle Kinder während mindestens zwei Jahren die Vorschule. Das führe zu geringen Unterschieden zwischen den Szenarienergebnissen.
swissinfo und Agenturen
Von knapp 500’000 Primarschülern 2003 wird ihre Anzahl bis 2014 auf noch 430’000 sinken.
Auf Sekundarstufe I wird die Schülerzahl bis 2005 noch leicht auf 262’700 wachsen, und dann bis 2014 auf 229’000 fallen.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch