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Bruch zwischen Swiss und Piloten der Regionalflotte

Ein Airbus der aus der Fusion von Swissair und Crossair hervorgegangenen Fluggesellschaft Swiss.

(Keystone)

Die Direktion der Fluggesellschaft Swiss hat beschlossen, die Piloten-Gewerkschaft der Regionalflotte, Swiss Pilots, nicht mehr als Sozialpartner anzuerkennen.

Als Grund führt Swiss den Vertrauensverlust an, der nach der Entdeckung der Fälschung von Abstimmungsresultaten im Zusammenhang mit dem neuen Gesamtarbeitsvertrag entstanden ist.

Der Skandal um die gefälschte Abstimmung über den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) hat für die Regionalpilotengewerkschaft Swiss Pilots bittere Konsequenzen: Die Swiss anerkennt die Pilotengewerkschaft nicht mehr als Sozialpartnerin.

Grund sei der "gravierende Vertrauensverlust" nach der Bekanntgabe der Abstimmungsfälschung, teilte die Swiss am Freitag mit. Nach eingehender Prüfung habe der zur Abstimmung vorgelegte GAV demokratisch keine ausreichende Zustimmung erhalten und sei somit abgelehnt worden.

Als Konsequenz würden die bereits unterzeichneten Einzelarbeitsverträge rückwirkend auf den 1. April 2006 in Kraft treten. Die von den Swiss Pilots geplante Wiederholung der Abstimmung erübrige sich somit.

Pilot entlassen

Die Gewerkschaft der Ex-Crossair-Piloten hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die GAV-Abstimmung vom März von zwei Führungsleuten gefälscht wurde. Beide haben unterdessen Selbstanzeige erstattet.

Der eine war Vizepräsident der Swiss Pilots und Regionalpilot bei der Swiss. "Aufgrund seines untragbaren Verhaltens" wurde er fristlos entlassen. Der andere ist nicht bei der Regionalfluggesellschaft Swiss European beschäftigt.

Der verbleibende Vorstand hat laut Aussage von Präsident Frick nichts von den Fälschungen gewusst. Dennoch: "Swiss European behält sich zudem ausdrücklich rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Swiss-Pilots-Vorstandsmitglieder sowie allfällige weitere Beteiligte vor."

Geschirr zerschlagen

Damit stehen die Regionalpiloten ohne anerkannte gewerkschaftliche Vertreter im Regen. "Das Wenige an Sozialpartnerschaft, was aufgebaut wurde, ist nun völlig zerstört", sagte Frick. Den grössten Teil der Verantwortung trügen die beiden Fälscher, aber durch ihre strikte Haltung habe die Swiss European auch noch den Rest kaputt gemacht.

"Für die Swiss ist die Sozialpartnerschaft wichtig, aber mit einem Partner, der vertrauenswürdig ist. Das ist im Moment nicht gegeben", sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Ein GAV sei daher kein Thema.

Dabei hatte das Ringen um einen Gesamtarbeitsvertrag Ende letzten Jahres zu Kündigungs- und Streikdrohungen zwischen der Fluggesellschaft und ihren Regionalpiloten geführt. Beide Parteien hatten dann nach einem Verhandlungsmarathon in letzter Minute ihren Arbeitskonflikt beigelegt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Im August 2005, ein halbes Jahr nach der Übernahme durch die Lufthansa, redimensioniert Swiss ihre Regionalflotte (ex-Crossair).

Im Oktober 2005 lagert Swiss die Regionalflotte aus und nennt sie Swiss European.

Im Dezember 2005 verständigen sich die Swiss und die Piloten der Regionalflotte, Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) aufzunehmen.

Im März 2006 nehmen die Piloten den von Swiss und der Gewerkschaft Swiss Pilots ausgehandelten Vertrag an, der Einschnitte bei den Löhnen bedeutet hätte.

Anfang Mai hat die Pilotengewerkschaft bekannt gegeben, dass sie bei der Abstimmung eine Fälschung entdeckt habe.

Swiss Pilots hat die Durchführung einer neuen Abstimmung über den GAV angekündigt, doch die Direktion der Swiss lehnt dies ab

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