Bündner Polizeidirektor unter Bestechungs-Verdacht

Peter Aliesch hat zweifelhafte Geschenke angenommen. Keystone

Der Bündner Polizeidirektor Peter Aliesch steht unter Verdacht der passiven Bestechung. Die Zürcher Bezirksanwaltschaft III beantragte bei der Bündner Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft einen Bericht des "SonntagsBlick" bestätigte.

Dieser Inhalt wurde am 25. Juli 2001 - 21:30 publiziert

Das Begehren der Zürcher Bezirksanwaltschaft sei an den Präsidenten des Bündner Grossen Rates weitergeleitet worden, sagte Renato Fontana, Sprecher der Bündner Staatsanwaltschaft. Laut der Zürcher Bezirks-Anwaltschaft bestehe gegen Aliesch der Verdacht auf passive Bestechung und Entgegennahme von Geschenken.

Damit gegen den FDP-Regierungsrat ermittelt werden kann, muss das Bündner Kantonsparlament sein Einverständnis geben. Tut dies der Grosse Rat, wird die Bündner Staats-Anwaltschaft in Ausstand treten, da Aliesch deren Chef ist. Es würde dann ein ausserordentlicher Untersuchungsrichter sowie Staatsanwalt von ausserhalb des Kantons eingesetzt.

Der Bündner Regierungsrat Peter Aliesch befürwortet die Aufhebung seiner Immunität. Das Gesuch um die Einleitung des Verfahrens zur Aufhebung der Immunität wird in der nächsten Session des Kantonsparlamentes behandelt.


Zu den konkreten Vorwürfen wollte die Staats-Anwaltschaft Graubünden keine Stellung nehmen. Laut "SonntagsBlick" ermittelt die Zürcher Bezirks-Anwaltschaft gegen den mutmasslichen griechischen Millionenbetrüger Panagiotos Papadakis, einen Bekannten von Aliesch. Papadakis soll laut dem Zeitungsbericht Alieschs Frau einen Nerzmantel geschenkt und Ferien offeriert haben. Abgeklärt werde auch, ob Aliesch Papadakis bei der Erteilung einer Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung in Graubünden geholfen habe.

Aliesch bestritt gegenüber Schweizer Radio DRS, dass er sich für Papadakis Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung eingesetzt habe. Er habe den Mann erst später kennengelernt.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen