Bund will SBB stärker kontrollieren
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) will künftig von den SBB schneller über die Ursachen von Pannen informiert werden. Zudem kritisiert dessen Direktor die SBB-Pläne, Ticketpreise nach Tageszeiten abzustufen.
Die SBB müssen dem BAV künftig «öfter und vertieft rapportieren», was sie mit den jährlich 1,5 Milliarden Franken Steuergeldern vom Bund machen, sagt BAV-Direktor Max Friedli gegenüber der SonntagsZeitung.
«Die SBB haben uns die Unterlagen nicht im notwendigen Mass zur Verfügung gestellt, weil sie das als Griff in ihre unternehmerische Freiheit taxierten», sagte der BAV-Direktor.
Verkehrsminister Moritz Leuenberger verlangt nun aber von den SBB, die Unterlagen offenzulegen. Es bestehe nicht der Verdacht, dass die Gelder nicht korrekt eingesetzt würden, unterstrich Friedli. «Aber ich will ganz sicher sein, dass das Schienennetz gut unterhalten wird.»
So will das Bundesamt beispielsweise genau über die Ursachen von Pannen informiert werden.
Zu den Überlegungen der SBB, ausserhalb der Stosszeiten günstigere Tickets anzubieten, äusserte sich Friedli kritisch. Dies sei aus Sicht des BAV kaum die Lösung, um die Verkehrsströme steuern zu können.
Viele Pendler könnten gar nicht ausweichen. «Da muss man sich gut überlegen, ob man diese Leute dafür bestrafen will.»
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