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«Lebender» Adventskalender zum Menschenrechtstag

Aussenminister Joseph Deiss chattet am Internationalen Tag der Menschenrechte mit Schulklassen aus der Schweiz. Keystone

Auch in der Schweiz fanden am Tag der Menschenrechte verschiedene Aktionen statt. Schulkinder diskutierten über Internet mit Aussenminister Deiss.

Die Grundrechte und aktuelle Themen der schweizerischen Menschenrechts-Politik standen im Mittelpunkt der Diskussionen, die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Interlaken, des Liceo di Mendrisio und des Collège Madame de Staël in Genf über Internet mit Bundesrat Deiss führen konnten.

Appell zum Schutz der Flüchtlinge

Während Jugendliche mit dem Schweizer Aussenminister den Gedankenaustausch pflegten, riefen am Montag 73 Flüchtlings-Organisationen und zahlreiche Prominente die Regierungen Europas dazu auf, ihren Verpflichtungen zum Schutz des Rechts auf Asyl nachzukommen.

Der Appell wurde anlässlich einer feierlichen Veranstaltung in Brüssel der EU-Präsidentschaft überreicht. Gleichzeitig übergab in Bern die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) den mit über 22’000 Unterschriften versehenen Schweizer Appell der Landesregierung.

Gemeinsam mit vielen anderen rufen Persönlichkeiten wie Felipe Gonzales, Isabelle Allende, Pipilotti Rist oder Bernhard Russi die Regierungen Europas auf, dieses Recht gemäss den Zielen der Genfer Flüchtlings-Konvention und im Geiste der gemeinsamen Werte und Traditionen zu respektieren und zu schützen.

Gegen Aushöhlung des Asylrechts

Viele Gesetzesänderungen in Europa drohten, dieses Recht auszuhöhlen. Auch in der Schweiz gerate das Recht auf Asyl zunehmend unter Druck. Grundlage einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik dürfe aber nicht Abschreckung sein. Vielmehr müsse den Verfolgten ein wirklicher Schutz gewährt werden.

Die Übergabe des Schweizer Appells vor der Bundeskanzlei in Bern erfolgte in Form eines «lebenden» Adventkalenders. Boxlegende Charly Bühler öffnete die 24 Türen, aus denen Flüchtlinge sowie Schweizerinnen und Schweizer hervortraten und die Unterschriften überreichten.

Kerze als Zeichen der Solidarität

Amnesty International (AI) rief dazu auf, eine Kerze als Zeichen der Solidarität anzuzünden. Damit sollte den unzähligen Opfern von Menschenrechts-Verletzungen auf der ganzen Welt gedacht werden. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier erhielten vor dem Bundeshaus eine Kerze mit der Aufschrift «Freiheit».

Protestaktionen

Rund 20 Anhänger der Meditations-Bewegung Falun Gong demonstrierten in Bern gegen Menschenrechts-Verletzungen in China. Die chinesische Regierung wurde zur Einhaltung von Meinungs-, Glaubens- und Versammlungsfreiheit aufgerufen.

Auch Tibeter-Organisationen machten vor dem Chinagarten in Zürich auf Menschenrechts-Verletzungen in ihrer Heimat aufmerksam. Als Symbol für die Unterdrückung stellten sie einen Käfig auf.

swissinfo und Agenturen

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