Wahlen in Simbabwe: Schweizer Beobachter ziehen insgesamt positive Bilanz
Trotz Einschüchterung der Bevölkerung ziehen die neun Schweizer Wahlbeobachter eine positive Bilanz zu den Parlamentswahlen in Simbabwe. Die Verbreitung von Angst habe das Wahlresultat aber beeinflusst, betonten sie nach ihrer Rückkehr in die Schweiz.
Der Ausgang der Wahlen vom vergangenen Wochenende sei von der Bevölkerung mit Erleichterung aufgenommen worden, erklärten die Schweizer Beobachter am Donnerstag (29.06.) in Zürich. Statt der befürchteten Gewalteskalation herrsche eine grosse Aufbruchstimmung.
Verschiedene Unregelmässigkeiten
An den Wahlen seien aber verschiedene Unregelmässigkeiten registriert worden. Insgesamt könnten die Wahlen deshalb nicht als frei und fair bezeichnet werden.
Martina Egli, Journalistin aus Zürich, hatte im Manicaland, einer von der Gewalt im Vorfeld der Wahlen stark betroffenen Provinz, viele leere Wahlzettel festgestellt. Die Einschüchterungen hätten das Wahlverhalten stark beeinflusst, erklärte sie in Zürich.
In einigen Wahlzentralen haben Beamte die Namen der Wählerinnen und Wähler registriert, wie Hansueli Albonico, ein Arzt aus Bern, erklärte. Es sei auch vorgekommen, dass diese Anweisungen zum Ausfüllen der Wahlzettel gemacht hätten.
Ein Drittel der Bevölkerung beeinflusst
Rund ein Drittel der Wählerinnen und Wähler haben sich laut Befragungen der Wahlbeobachter von den Einschüchterungen durch Agenten der Regierungspartei Zanu-PF beeinflussen lassen.
Als Wahlbehinderung bezeichnete die Schweizer Delegation auch ihre späte Akkreditierung, die es verunmöglichte, vor den Wahlen präsent zu sein.
Die vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) und der Bethlehem Mission Immensee entsendeten Schweizer Wahlbeobachter arbeiteten im Auftrag des zimbabwischen Kirchenrates, dem weitere 64 internationale und 30 zimbabwische Beobachterinnen und Beobachter angeschlossen waren. Sie waren in neun von zehn Provinzen bei den Wahlen anwesend.
swissinfo und Agenturen
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