Crossair und Piloten einigen sich

Konflikt beigelegt: Die Crossair und ihre Piloten sind sich einig. Keystone

Die Fluggesellschaft Crossair konnte am Freitag (02.06.) mit erfreulichen Nachrichten aufwarten. Im langwierigen Konflikt mit den Piloten ist es zu einer deutlichen Entspannung gekommen und externe Gutachter haben ihr einen sicheren Betrieb bescheinigt.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juni 2000 - 15:11 publiziert

Im Arbeitskonflikt konnten sich Crossair-Chef Moritz Suter und die Pilotengewerkschaft CCP auf das weitere Vorgehen einigen. So soll die Universität St. Gallen einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ausgearbeiten. Der bestehende GAV wird vorerst bis zum 31. August verlängert werden.

Bei den Löhnen haben die Parteien eine Zwischeneinigung erreicht: Die Löhne der Co-Piloten werden bereits ab dem 1. Juli um fünf bis zehn Prozent angehoben. Die Kapitäne erhalten sieben bis 18 Prozent mehr. Mit diesen Erhöhungen soll allerdings der neue GAV nicht vorgespurt werden.

Beide Parteien ziehen ihre Klagen beim Schiedsgericht zurück. CCP-Präsident Thomas Häderli wird wieder von der Crossair eingestellt. Der ebenfalls wegen des Arbeitskonflikts entlassene Yair Siegel tritt eine andere Stelle als Pilot an.

Situation deblockiert

Bei der Crossair-Geschäftsleitung zeigte man sich zufrieden mit der Einigung. "Indem wir das direkte Gespräch gesucht haben, ist die ganze Sache nun deblockiert worden", sagte Geschäftsleitungsmitglied André Dosé.

Für die CCP handle es sich allerdings erst um eine "Zwischeneinigung", betonte CCP-Präsident Häderli: "Der Konflikt ist noch nicht beigelegt, und wir bleiben bei unseren Forderungen." Bei den Lohnerhöhungen handle es sich erst um diejenigen Anpassungen, die von der Crossair vorgeschlagen worden waren.

Experten-Empfehlungen

Nicht nur wegen des Arbeitskonflikts sondern auch in der Folge des Flugzeugabsturzes im Januar hatte die Fluggesellschaft im laufenden Jahr negative Medienberichte hinnehmen müssen. Zwei mit der Durchleuchtung des Betriebs beauftragte Experten haben Flugbetrieb und Technik nun aber als sicher bezeichnet.

Die externen Experten kritisierten in ihren Gutachten allerdings die Strukturen, die der heutigen Unternehmensgrösse nicht angepasst worden seien, wie die Crossair am Freitag mitteilte. Crossair will die Empfehlungen der Experten nun umsetzen.

"Die Expertenberichte decken sich mit unseren eigenen Einschätzungen", sagte Crossair-Geschäftsleitungsmitglied Dosé. Gewisse Massnahmen seien bereits in der Umsetzung: Dazu gehöre etwa auch die im April Jahr erfolgte Schaffung einer Personalabteilung.

500 neue Piloten

Der Flugbetrieb sei in den letzten drei Jahren durch die Rekrutierung und Ausbildung von 500 Piloten stark gefordert worden. Dabei sei die Entwicklung der strategischen Produktionsplanung in Rückstand geraten, heisst es im Gutachten zum Flugbetrieb: "Die Konsequenz sind zahlreiche Änderungen der Einsatzpläne mit negativen Folgen für das Wohlbefinden und das Sozialleben der Flugbesatzungen."

Auch bei der Technik hätten die Strukturen nicht mit der Entwicklung des Unternehmens mitgehalten, heisst es im zweiten Gutachten. Die Crossair-Organisation müsse auch hier angepasst werden und das Personal verstärkt werden.

Folge des Crossair-Absturzes

Die externen Gutachten waren nach dem Flugzeugabsturz vom 10. Januar bei Niederhasli ZH von der Crossair und ihrer Muttergesellschaft SAirGroup angeordnet worden. Alle zehn Insassen - sieben Passagiere und drei Besatzungsmitglieder - waren damals ums Leben gekommen.

Die Ursache des Unglücks ist noch immer nicht bekannt. Nach Einschätzung von Dosé dürfte es noch mindestens sechs Monate dauern, bis die Untersuchungsbehörden zu einem Ergebnis kommen werden.

swissinfo und Agenturen

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