Alinghi siegt weiter
Das Schweizer Segel-Team gewann mit 23 Sekunden Vorsprung auch die dritte Finalregatta im America's Cup gegen das Team New Zealand.
Dem Schweizer Team fehlen noch zwei Siege in sechs Regatten zum Gesamtsieg.
Die Entscheidung zum erneuten Sieg und zur 3:0-Führung fiel bereits in der ersten Rennminute.
Die Crew der «Societé Nautique Genéve» wählte beim Startprozedere die rechte Seite und lag damit goldrichtig.
«Wir wurden rund sieben Minuten vor dem Start von unserem Wetterteam informiert, dass ein Winddreher nach rechts zu erwarten sei», sagte Stratege Murray Jones nach dem Rennen.
Bei dieser Information handelte es sich um wahre Massarbeit, denn sechs Minuten vor dem Start müssen die Syndikate ihre Radios abstellen, weil die Kommunikation mit aussen nur bis fünf Minuten vor Rennbeginn erlaubt ist.
Anschliessend zogen Russel Coutts und das Team Alinghi einem ziemlich ungefährdeten Start-/Ziel-Sieg entgegen. Es ging darum, den Vorsprung sicher zu verwalten.
Neuseeländer gegen Neuseeländer
Zusammen mit Coutts sind sieben Neuseeländer auf dem Schweizer Boot mit dabei. Sie kämpfen in den nun folgenden Rennen gegen ihre ehemaligen Kollegen.
Als Russell Coutts im Mai 2000 das Neuseeländer Team verliess und zu den Schweizern wechselte, waren viele seiner Landsleute geschockt.
Der America’s Cup sei nun der «Kampf der Titanen», so verschiedene Medien. Die beiden jetzigen Gegner, Russell Coutts und der Neuseeländer Skipper Dean Barker, arbeiteten früher Seite an Seite.
Murray Jones, Stratege der Alinghi-Crew, betont zwar, dass er viele Freunde im gegnerischen Team habe. Es sei «immer genial, gegen sie anzutreten».
Doch das Publikum sehe das etwas anders, das gibt auch Jones zu. Die Stadt Auckland ist übersät mit Fahnen und Aufklebern. An den Häusern und Autos manifestieren viele ihre Sympathie mit der einheimischen Mannschaft.
Es gibt gar die Kampagne «Loyal»: Unternehmen, Banken und Versicherungen unterstützen das Neuseeländer Team mit mehreren Millionen Dollar.
Offizielle Schweizer Unterstützung
«Wir müssen spüren, dass die Schweiz hinter uns steht», sagt denn auch Ernesto Bertarelli. «Wir sind hier in Neuseeland wirklich vom Rest der Welt abgeschnitten. Das ist die grösste Schwierigkeit bei dieser Regatta hier in Auckland.»
Auch wenn in der Schweiz wohl nur wenige die Rennen live am Bildschirm mitverfolgen werden, die Unterstützung ist dennoch da.
So hat hat auch Bundespräsident Pascal Couchepin dem Schweizer Team eine Botschaft des Gesamtbundesrates überbringen lassen: Man wünsche «dem ganzen Team viel Glück und guten Wind für den America’s Cup 2003».
Auch Sportminister Samuel Schmid fiebert dem America’s Cup entgegen. Und zeigte sich überzeugt, dass Alinghi gegen Team New Zealand weiterhin hochstehende Leistungen erbringen werde.
swissinfo, François Egger, Auckland
Die Schweizer Crew hat ihr Schiff SUI 64 den eher leichten Sommerwinden angepasst.
Der America’s Cup startete am Samstag, 15. Februar.
Er geht über neun Regatten.
Alinghi hat am 19. Januar den Louis-Vuitton-Cup gegen Oracle mit 5:1 gewonnen und ist damit zum offiziellen Herausforderer im America’s Cup geworden.
In der Schweizer Crew sind Segler aus 11 Nationen.
Kurzporträts der Finalisten
Titelverteidiger:
Team New Zealand (Neus)
– Jachtclub: Royal New Zealand Yacht Squadron
– Skipper: Dean Barker, Bertrand Pacé
– Präsident: Tom Schnackenberg
– Budget: ca. 50 Mio Franken
– Einschätzung: Gegenüber der erfolgreichen Titelverteidigung verloren die Neuseeländer 12 von 16 Startern und das halbe Designteam. Sind dank ihrer Erfahrung und dem Heimvorteil aber ein unangenehmer Gegner. Erhoffen sich Wunderdinge vom «Hula» (Rumpferweiterung).
Herausforderer:
Alinghi Swiss Challenge
– Jachtclub: Société Nautique de Genève
– Skipper: Russell Coutts, Jochen Schümann
– Präsident: Ernesto Bertarelli
– Budget: ca. 95 Mio. Franken
– Einschätzung: Das Schweizer Syndikat stützt sich in den Schlüsselpositionen auf ein halbes Dutzend Segler, die 2000 den Titel für Neuseeland holten. Die Alinghi «spazierte» durch die bisherigen Runden und hat in der SUI 64 eine Jacht, die sich unter allen Bedingungen bewährt hat.
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