Aufnahme von Bosniern aus Srebrenica gefordert
Rund 20 Personen haben am 3. Gedenkmarsch anlässlich des Massakers von Srebrenica vor sechs Jahren teilgenommen. Mehrere Tausend Menschen forderten in einer Petition die vorläufige Aufnahme von Flüchtlingen aus Srebrenica.
Am Samstag war die kleine Gruppe von rund 20 Personen in Yverdon in Richtung Bern aufgebrochen, wie Ivar Petterson von der Gesellschaft für bedrohte Völker-Schweiz am Montag (16.07.) sagte. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hatte – nach 1996 und 2000 – zum 3. Mal zum Gedenkmarsch aufgerufen.
Beim Bundeshaus West übergaben die Kundgebungs-Teilnehmenden eine Petition. In der gemäss Petterson über 8’000 Mal unterschriebenen Petition wird der Bundesrat unter anderem aufgefordert, den in die Schweiz geflüchteten Bosnierinnen und Bosnier aus Srebrenica und dem Drina-Tal vorläufige Aufnahme zu gewähren.
Die vorläufige Aufnahme müsse gelten, bis eine Rückkehr in die Herkunftsorte in Sicherheit und Würde möglich sei. Während des Aufenthalts der Flüchtlinge in der Schweiz wird um das Recht auf Arbeit und Ausbildung gebeten.
Beim Massaker in der UNO-Schutzzone während des Bosnien-Kriegs hatten serbische Truppen schätzungsweise 8’000 Männer, hauptsächlich Muslime, vor den Augen der UNO-Blauhelme aus der Moslem-Enklave Srebrenica verschleppt und getötet. Rund 30’000 Personen wurden vertrieben. Das Massaker gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit 1945.
swissinfo und Agenturen
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