Besetzung – Basel folgt Zürich
Die Papierlosen-Bewegung beendete am Sonntagmorgen die 24-stündige Besetzung des Zürcher Grossmünsters - und liess am Nachmittag die Besetzung einer Basler Kirche folgen.
Die Zürcher Bewegung zur Unterstützung der Papierlosen wollte mit der Kirchenbesetzung ein Zeichen der Solidarität mit den vielen im Grossraum Zürich lebenden Sans-Papiers setzen. Die Besetzer forderten die sofortige Aussetzung aller Zwangs-Massnahmen gegen Papierlose sowie die Regularisierung sämtlicher Sans-Papiers.
Die Besetzung des Grossmünsters verlief ohne Zwischenfälle, wie ein Sprecher der Zürcher Stadtpolizei erklärte. Rund 50 Personen hatten sich an der Solidaritäts-Aktion beteiligt. Unter den Besetzern befanden sich nur vereinzelte papierlose Personen. Die meisten Sans-Papiers haben Angst, an die Öffentlichkeit zu treten.
Die Besetzung des Grossmünsters hatte am Samstagmorgen um 9.40 Uhr begonnen und war auf eine Dauer von 24 Stunden begrenzt. Die Kirchgemeinde duldete die Solidaritätsaktion. Die Polizei schritt nicht gegen die Besetzer ein. Eine Patrouille nahm zwar am Samstagmorgen eine Personenkontrolle vor, zog dann aber wieder ab.
Kirchen-Besetzung in Basel
Die Papierlosen-Bewegung kündigte in Zürich weitere Aktionen an. Und tatsächlich: Am Sonntagnachmittag besetzte eine Gruppe von Papierlosen die Kirche St. Anton in Basel. Damit werde ein Freiraum geschaffen, in dem die unzumutbare und rechtsstaatlich unhaltbare Lage der Papierlosen in der Region zur Sprache kommen solle, teilte das Komitee Sans-Papiers Nordwestschweiz mit.
Zu den Besetzern gehören gemäss Medien-Erklärung Menschen aus Afrika, Lateinamerika und Südosteuropa. Es handle sich teiweise um Familien mit Kindern, die in der Schweiz aufgewachsen seien und hier zur Schule gingen.
Die Gruppe der Papierlosen und die Unterstützungs-Bewegung luden die Regierung von Basel-Stadt, die Parteien, die Kirchen und andere gesellschaftlich engagierte Kreise ein, gemeinsam nach politischen Lösungen zu suchen.
Umzug in Bern
Nach sechs Wochen Besetzung der katholischen St.Marienkirche sind die Berner Papierlosen am Sonntag in die reformierte Pauluskirche umgezogen. Deren Kirchgemeinderat duldet die Besetzung, machte aber Auflagen.
swissinfo und Agenturen
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