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Der Export von Schweizer Schweinefüssen nach China gerät ins Stocken

Zwei Schweinefüsse hängen an einem Fleischerhaken
Der Export von Schweineinnereien und -füssen – Produkten, die in der Schweiz selbst nicht besonders beliebt sind – nach China zu hohen Preisen war früher ein recht lukratives Geschäft. EPA / Paul Hilton

Die Chance, ungeliebte Schweinefleischteile zu hohen Preisen nach China zu verkaufen, war zu verlockend, um sie auszulassen. Doch wie eine Analyse von Swissinfo zeigt, schmälern Rekordtiefpreise und höhere Frachtkosten infolge des Kriegs im Iran die Gewinne der Schweizer Schweinefleischexporteure.

Das Jahr 2012 war eines der schlechtesten für die Schweizer Schweineindustrie. Ein Überschuss an Schweinen führte dazu, dass 8% mehr Schweinefleisch auf den Markt kamen als 2009.

Trotz der Tiefstpreise wurden 200 Tonnen Schweinefleisch importiert – in Erwartung einer hohen Nachfrage im Sommer. Stattdessen dämpfte das Regenwetter im Juni und Juli den Schweinefleischkonsum. Erschwerend kam hinzu, dass die Futterkosten aufgrund einer schwachen globalen Sojaernte gestiegen waren.

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieser schlechten Nachrichten kündigte der Fleischverarbeiter Swiss Nutrivalor AG im Juli 2012 an, eine neue Verarbeitungsanlage im Wert von 20 Millionen Franken zu bauen. In dieser sollten Schweineteile wie Füsse, Schwänze, Knochen und Organe für den Export nach Asien, Afrika und Osteuropa vorbereitet werden.

Wie der Zufall es wollte, unterzeichnete die Schweiz fast genau ein Jahr später ein Freihandelsabkommen mit China. Damit war sie das erste europäische Land und die erste der zwanzig grössten Volkswirtschaften der Welt, der dieses Kunststück gelang.

China ist der weltweit grösste Schweinefleischmarkt und macht fast die Hälfte des weltweit verzehrten Schweinefleischs aus – rund 50 Millionen Tonnen. China ist auch der grösste Importeur von Schweineinnereien mit etwas über einer Million Tonnen pro Jahr.

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Bereit für den Export

Nur drei Monate nach Unterzeichnung des Freihandelsabkommens erhielt die Swiss Nutrivalor AG die Baugenehmigung für ihre Fabrik im solothurnischen Oensingen und nahm 2017 den Betrieb auf.

Zwei Jahre später gehörte das Unternehmen zu den fünf Schweizer Unternehmen, welche die begehrte Lizenz zum Export von Schweinefüssen nach China erhielten. Es dauerte eineinhalb Jahre, bis die Swiss Nutrivalor die von den chinesischen Behörden gestellten Anforderungen erfüllte.

So müssen beispielsweise Schweine- und Rindfleischprodukte bei der Verarbeitung getrennt werden, um das Risiko einer Kreuzkontamination mit Krankheiten wie BSE (Rinderwahnsinn) zu vermeiden. Die chinesischen Behörden behalten sich zudem das Recht vor, die zugelassenen Schlachthöfe und Fleischverarbeiter zu inspizieren.

Abgepackte Schweinefüsse
Ein 10-Kilo-Sack Schweinefüsse der Marke «Swiss Meat» wird auf der Online-Plattform Taobao für 350 Yuan (40 Franken) verkauft. Taobao

Der Zugang zum chinesischen Markt war eine grossartige Gelegenheit, um die Wette von Swiss Nutrivalor auf einen Nischenexport anzukurbeln.

Im vergangenen Jahr verschiffte das Unternehmen rund 200 Container mit erstklassigen Schweizer Nebenprodukten nach China. Wie bei den meisten Schweizer Exporten liegt der Schwerpunkt auf der Vermarktung der Marke «Swiss Made».

«Die Produktpreise sind in den Vereinbarungen nicht festgelegt, sondern ein Ergebnis des offenen Markts von Angebot und Nachfrage», sagt Christoph Speck, Geschäftsführer des Mutterunternehmens von Swiss Nutrivalor AG, Centravo.

«Wir erzielen jedoch überdurchschnittliche Preise, da wir ein Premiumprodukt der Premiummarke unter der Bezeichnung ‹Swiss Meat› anbieten.»

Sinkende Preise in China und Engpässe in der Schifffahrt

Was als vielversprechendes Geschäft begann, droht nun zur Belastung zu werden. Der Erzeugerpreis für Schweine in China befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Laut dem niederländischen Lebensmittelbranchenanalysten DCA Market Intelligence ist dieser Rückgang auf eine Kombination aus schwächerer Nachfrage nach Schweinefleisch in China und steigenden Betriebskosten für chinesische Schweinebäuerinnen und -bauern infolge des Kriegs im Iran zurückzuführen.

Verschärft wird das Problem durch die Tatsache, dass China zu viele Schweine züchtet. Seit mehr als zweieinhalb Jahren versucht die chinesische Regierung deshalb, den Schweinebestand von 41 Millionen auf 39 Millionen zu reduzieren. Ende März 2026 zählte China jedoch immer noch 39,61 Millionen Schweine.

«Die Schweinebauern im Land haben ihre Produktion jedoch nicht ausreichend angepasst, was zu einem Überschuss an Zuchtsauen geführt hat. Darüber hinaus drohen die Kosten für die Fütterung des grossen Schweinebestands zu steigen, da die globalen Agrarmärkte durch Störungen in der Energie- und Düngerversorgung aus dem Nahen Osten unter Druck geraten», heisst es in einem Bericht von DCA Market Intelligence.

Laut der Marktforschungsagentur Mysteel erleiden chinesische Schweinezüchterinnen und -züchter einen Verlust von mehr als 400 Yuan (rund 58 US-Dollar) pro Tier.

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Da China seine Importe von Schweinefleisch und Innereien reduziert, sind auch Schweizer Exporteure betroffen. Centravo machte keine Angaben zu den Preisen. Speck teilte uns jedoch mit, dass die Gewinne aufgrund niedrigerer Preise gesunken seien. Auf sein Unternehmen sei der Druck jedoch geringer, da Centravo ein Premiumprodukt verkaufe.

Die grössten Herausforderungen für sein Unternehmen seien ein sich verschlechterndes Wechselkursverhältnis US-Dollar/Schweizer Franken sowie höhere Containerschifffahrtskosten aufgrund der Blockade der Strasse von Hormus. Er habe jedoch einen Plan B, falls sich die Lage weiter verschlechtere und der chinesische Markt vollständig wegbreche.

«Falls die Preise in China weiter fallen und/oder die Versandkosten erheblich steigen sollten, würden wir die Produkte in andere Kanäle umleiten oder andere Produkte daraus herstellen», sagt er.

UNO-Handelsdaten zeigen, dass die Schweizer Gewinne aus dem Export von Schweinefüssen in den letzten Jahren gesunken sind.

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Schweizer Produkte scheinen bei chinesischen Konsumentinnen und Konsumenten ihren Premium-Reiz zu verlieren. Wie Swissinfo feststellte, werden Schweinefüsse, die unter der Marke «Swiss Meat» von Nutrivalors verkauft werden, auf der chinesischen Online-Einkaufsplattform Taobao, die zum Alibaba-Konzern gehört, für 35 Yuan pro Kilogramm angeboten. Schweinefüsse des grössten chinesischen Produzenten WH Group (ehemals Shuanghui Group) erzielten auf Taobao den gleichen Preis.

Für die Schweinefüsse unter der Marke «Swiss Meat» auf Taobao wurden auch keine aktuellen Verkäufe verzeichnet. Auf Anfrage teilte der Verkäufer mit, dass es sich hauptsächlich um ein Grosshandelsprodukt handle und Konsumentinnen und Konsumenten es in der Regel nicht online kauften.

Zusätzliche Recherchen von Jie Guo Zehnder und Ying Zhang. Editiert von Virginie Mangin/sb, Übertragung aus dem Englischen: Christian Raaflaub

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