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«Das Schweigen brechen» – Welt-Aidskonferenz in Durban

AIDS-Prävention in Afrika. Keystone

Wer mit HIV infiziert oder bereits an Aids erkrankt ist, soll weltweit Zugang zu medizinischer Pflege erhalten. Dieses Ziel will die Schweiz an der am Sonntag beginnenden Welt- Aids- Konferenz im südafrikanischen Durban unterstützen.

Die Tagung mit rund 10’000 Forschern, Gesundheitsexperten und- politikern, Vertretern von Firmen und regierungsunabhängigen Organisationen (NGO) sowie Betroffenen findet erstmals in Afrika statt, dem von der Immunschwächekrankheit am stärksten betroffenen Kontinent.

Die 13. Aidskonferenz, die vom 9. bis 14. Juli dauert, steht unter dem Motto «Das Schweigen brechen». Der Slogan beziehe sich auf die noch immer verbreitete Tabuisierung der Krankheit und Ausgrenzung der Betroffenen, vor allem in Afrika, sagte Jean-Jacques Thorens vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor der Konferenz in Bern.

Katastrophe für Afrika

Afrika erlebe eine riesige Katastrophe: Erstmals seien die wirtschaftlichen Folgender Aids-Epidemie sichtbar, die Krankheit führe für Staat und Privatwirtschaft zu höheren Ausgaben bei geringeren Einnahmen. Im Gesundheitswesen werde die Aufbauarbeit von Jahrzehnten ruiniert.

In einigen Ländern Afrikas stürben mehr Lehrer an Aids als neu ausgebildet werden könnten. Besonders beunruhigt zeigte sich Thorens über die UNO-Prognose, wonach in Afrika ein Drittel der heute unter 15-Jährigen einst an Aids sterben könnte.

In der westlichen Welt rettet ein Medikamentencocktail viele Aids-Erkrankte vor dem Tod. In den Entwicklungsländern stehe diese Möglichkeit weiterhin den wenigsten zur Verfügung, trotz einer Preissenkungsaktion von fünf Pharmakonzernen.

Die Prävention bleibe deshalb das wichtigste Mittel, sagte Thorens. Am Vortag der Eröffnung der Konferenz in Durban veranstaltet die Schweiz in Zusammenarbeit mit der UNO, den USA und Kanada ein zweitägiges Präventions-Symposium.

Auf der medizinischen Ebene sollen den Konferenzteilnehmern die Erfahrungender Schweiz mit den Medikamententherapien erläutert werden. Dabei soll es insbesondere um Langzeit- und Nebenwirkungen gehen.

Auch der Umgang mit Drogenabhängigen soll zur Sprache kommen – allerdings gehe es nicht darum, das Schweizer Heroinabgabemodell zu propagieren, beeilen sich die Verantwortlichen zu versichern. Schliesslich wollen das BAG und Werbeexperten abklären, wie in Afrika Kampagnen zur Enttabuisierung von Aids geführt werden könnten.

swissinfo und Agenturen

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