Geldwäscherei: Zunahme von Verdachtsmeldungen
Im letzten Jahr sind bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) 851 Verdachtsmeldungen wegen Geldwäscherei eingegangen, leicht mehr als im Vorjahr. Die involvierten Vermögenswerte verdoppelten sich auf den Rekordwert von rund 1,87 Mrd. Franken.
Mit einer Zunahme von 7% (+ 56 Meldungen) ist der Anstieg deutlich geringer als 2007, als die Anzahl Meldungen um rund einen Drittel zugenommen hatte.
Der Löwenanteil (67%) geht somit auf Banken zurück. Im Mittelpunkt der Verdachtsgründe standen erneut Betrugsdelikte. Weit oben auf der Liste stehen Bestechungsdelikte. Die eigentlichen Korruptionshandlungen fanden gemäss MROS im Ausland statt. Die mutmasslichen Bestechungsgelder wurden aber anschliessend in der Schweiz deponiert.
Die Rekordsumme gemeldeter Vermögenswerte von 1,87 Mrd. Franken erklärt die Sektion des Bundesamtes für Polizei (fedpol) damit, dass alleine 3 Verdachtsmeldungen rund 700 Mio. Franken ausmachten. In 2 Fällen ging es dabei um Betrugsdelikte, in einem um Korruption.
Erneut zugenommen haben auch die Verdachtsmeldungen im Zusammenhang mit mutmasslicher Terrorismus-Finanzierung. Die 9 Meldungen (2007: 6) betreffen Vermögenswerte von über 1 Mio. Franken.
Insgesamt 7 der 9 Verdachtsmeldungen wurden an die Bundesanwaltschaft weitergeleitet. In 3 Fällen entscheid sie Nichteintreten oder verfügte eine
Nichtanhandnahme. 4 Fälle sind noch offen.
Die MROS dient als «Filter» zwischen der Finanzbranche und den Strafverfolgungs-Behörden.
swissinfo und Agenturen
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