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E-Zigarette bis Laborgerät: Überraschendes zu Schweizer Patenten

Männer vor einem kugelförmigen Gefährt, in Schwarz-Weiss
Der Schweizer Erfinder und Wissenschaftler Auguste Piccard, Mitte links, und der belgische Physiker Max Cosyns, in der Kapsel, am 18. August 1932 in Dübendorf, vor ihrem Start zum zweiten Stratosphärenflug. Keystone

Die Schweiz ist das innovativste Land von Europa, gemessen an den Patenten. Das zeigt die Statistik des Europäischen Patentamtes EPA in München. Schweizer Firmen, Forscherinnen und Entwickler haben im vergangenen Jahr 9914 Patente angemeldet. Pro Kopf sind es so viele wie sonst nirgends. Die fünf spannendsten Punkte zur neuen Statistik.

1. Roche schlägt Novartis

Roche ist jene Firma der Schweiz, die im vergangenen Jahr am meisten Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet hat; 681 Erfindungen und Entwicklungen. Zum Vergleich: Novartis kommt auf 94 angemeldete Patente.

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Dass Roche auf den ersten Blick viel innovativer ist als sein Konkurrent, lässt sich dadurch erklären, dass Roche nicht nur Medikamente entwickelt, sondern auch Maschinen.

Es sind Laborgeräte für die Diagnostik, also für die Erkennung von Krankheiten. Die Maschinen analysieren unter anderem Blutproben. Novartis hat keine vergleichbar Diagnostiksparte.

2. Jedes zehnte Patent für E-Zigaretten

Auffallend sind die zwei Zigarettenunternehmen Philip Morris International und Japan Tobacco International: Die beiden Unternehmen haben im vergangenen Jahr zusammen aus der Schweiz heraus mehr als 1000 Patente eingereicht. Das sind gut 10 Prozent aller gemeldeten Patente.

«Wir haben seit 2008 mehr als 14 Milliarden Dollar in die Entwicklung, Herstellung und Kommerzialisierung rauchfreier Produkte investiert», schreibt Luisa Biegmann, Sprecherin von Philip Morris auf Anfrage.

Ein wesentlicher Teil der Entwicklung finde in der Schweiz statt, im globalen Forschungszentrum in Neuenburg mit rund 1500 Beschäftigten.

Auch Japan Tobacco International (JTI) mit Sitz in Genf steckt im Umbruch. Bis 2028 plant das Unternehmen weltweit Investitionen von fast vier Milliarden Franken, schreibt JTI. Der Fokus liege auf Tabakerhitzern. Die neuen Technologien seien komplex in Bezug auf Elektronik, Materialien, Chemie, Batterien und Software der Geräte.

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3. Die stillen Giganten

Verschiedene globale Firmen haben in der Schweiz den Hauptsitz und melden aktiv Patente an. Ein Beispiel ist TE Connectivity. Die Firma macht technische Komponenten wie Sensoren, Spezialkabel und Stecker. Das Unternehmen beschäftig weltweit 93’000 Personen, der Hauptsitz ist in Schaffhausen.

Die Forschung verteilt sich auf verschiedene Standorte, die Patente werden auch über die Schweiz eingereicht. Im vergangenen Jahr waren es 180, womit die Firma Platz 9 belegt.

4. Patente auf Kindersitze

Patente gibt es auf alles Mögliche, auch auf Produkte des täglichen Bedarfs. Ein Beispiel dafür ist die Firma Wonderland Switzerland aus dem Kanton Zug. Das Unternehmen handelt mit Kinderwagen, Autositzen für Kinder, Babyartikeln und vielem mehr.

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Insbesondere im Zusammenhang mit der Kindersicherheit in Fahrzeugen hat das Unternehmen etliche patentierte Innovationen. Die zahlreichen Patente tragen dazu bei, dass der Kanton Zug zu den innovativsten Kantonen der Schweiz gehört – zumindest in Bezug auf die Patente.  

5. Schweiz ganz vorne

«Die Patente sind ein Indikator für die Innovationskraft eines Landes», sagt Ilja Rudyk, Ökonom beim Europäischen Patentamt in München, gegenüber SRF.

Positiv sei, dass die Patente aus verschiedenen Branchen und Bereichen eingereicht würden, von dutzenden unterschiedlichen Firmen. «Die Schweiz verfügt über ein gesundes Innovationsökosystem», so das Fazit von Rudyk.

Pro Million Einwohner kommt die Schweiz auf knapp 1100 Patentanmeldungen, gefolgt von Finnland mit rund 600 und Schweden mit 450 Patenten.

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