«Griffige Instrumente» gefordert
Der Bundesanwalt Valentin Roschacher fordert eine Kronzeugen-Regelung. Und die Geldwäscherei-Kontrollstelle will von der Tessiner Firma Nada Management Organization Auskünfte über ihre Tätigkeit.
Bundesanwalt Valentin Roschacher hat in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» eine Kronzeugen-Regelung und Zeugenschutz-Programme gefordert. Dies seien «griffige Instrumente, um gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen».
In Bezug auf die Ermittlungen zur Rolle der Schweiz bei den Anschlägen in den USA sagt Roschacher, man könne noch nichts ausschliessen. Wenn ein Attentäter die Schweiz als Transitland benützt habe, genüge dies «aber noch nicht als Beweis, dass die Schweiz eine zentrale Rolle gespielt hat».
Nada Management Organization im Visier
Die Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei forderte unterdessen die Tessiner Finanzgesellschaft Nada Management Organization zu zusätzlichen Auskünften über ihre Tätigkeit auf, wie Dieter Leutwyler, Sprecher des Eidgenössichen Finanzdepartements, bestätigte. Das Unternehmen hat nun 20 Tage Zeit, den Fragenkatalog der Kontrollstelle zu beantworten.
Die Firma war als mögliche Durchlaufstelle der Gelder von Osama Bin Laden genannt worden. Die Eidgenössiche Bankenkommission hatte bereits letztes Jahr ein Verfahren gegen die Firma durchgeführt, ohne bewilligungspflichtige Tätigkeiten festzustellen.
«Schläfer» auch in der Schweiz?
«Wir haben keine konkreten Hinweise auf irgendwelche terroristischen Aktionen in der Schweiz oder darauf, dass die Schweiz in irgendeiner Art und Weise ein terroristisches Ziel ist», sagte der der Chef der Hauptabteilung Dienst für Analyse und Prävention im Bundesamt für Polizei, Urs von Daeniken, am Sonntag auf Anfrage.
Über die Zahl von Leute, die jahrelang inaktiv sind, aber für Terrorakte mobilisiert werden können, lasse sich nichts sagen, sagte von Daeniken weiter. Wie er gegenüber dem «SonntagsBlick» sagte, könnte es in der Schweiz sogenannte «Schläfer» geben.
Diese Annahme basiere auf dem Umstand, dass von den rund 250’000 Muslimen in der Schweiz einige wenige tausend fundamentalistisch orientiert seien und damit Gewalt für das Erreichen ihrer religiösen Ziele nicht ausschlössen.
Auch diese Personen dürften aber nicht mit Terroristen gleichgesetzt werden, sagte der oberste Staatsschützer.
swissinfo und Agenturen
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