Keine Terrorgelder in der Schweiz?
Die Schweiz sei kein sicherer Hafen für Terroristen. Das Bankgeheimnis schütze Kriminelle nicht. Dies bekräftigte Finanzminister Kaspar Villiger in Bern. Bislang gebe es keine Hinweise dafür, dass sich Gelder der Terroristen-Kreise um Osama Bin Laden in der Schweiz befinden.
Die Schweiz sei entschlossen, bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und dessen Finanzierung mitzumachen, sagte Bundesrat Villiger am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Er wolle mit seiner Stellungnahme «Missverständnisse» im Ausland ausräumen.
Irritiert über britische Kritik
Die Schweiz verfüge über wirksame Mittel gegen Terrorismus, Mafia und Geldwäscherei, betonte Villiger. Sie leiste in solchen Fällen unverzüglich internationale Rechtshilfe – hebe das Bankgheimnis auf und sperre Vermögenswerte. Die Kritik des britischen Schatzkanzlers Gordon Brown habe ihn deshalb «etwas irritiert.»
Brown hatte öffentlich erklärt, die Schweiz müsse sicherstellen, dass ihr Bankgeheimnis die Suche nach Terroristen-Geldern nicht behindere. Villiger fügte jedoch an, er habe seither aus England Signale erhalten, «dass es nicht ganz so gemeint war».
Ein Konto gesperrt
Im Zuge der Ermittlungen über die Terroranschläge ist in der Schweiz zur Zeit ein verdächtiges Konto gesperrt. Es handle sich aber nicht um Gelder von Osama Bin Laden oder aus seinem Umfeld, wie Villiger sagte.
Schon früher blockiert wurden auf Grund einer Verordnung vom Oktober 2000 über Massnahmen gegenüber den Taliban die Guthaben einiger afghanischer Banken. Dabei geht es jedoch nur um einige Hunderttausend Franken. Auf Bin Laden oder seine Helfer lautende Konti wurden offenbar keine gemeldet.
Insider-Transaktionen
Auf Spekulationen hin untersucht die Eidgenössische Banken-Kommission (EBK) mögliche Insider-Transaktionen im Vorfeld der Anschläge vom 11. September. Sie interessiere sich vor allem für Titel von Versicherungs- und Fluggesellschaften, sagte EBK-Vize-Direktor Urs Zulauf. Die EBK stehe auch in Kontakt mit der amerikanischen Börsen-Aufsicht.
swissinfo und Agenturen
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