Mangelnde Professionalität führte in Expo-Krise
Das Unternehmen "Landesaustellung" ist in seiner Komplexität auf allen Ebenen unterschätzt worden. Verantwortlich für das Scheitern der Expo.01 war die fehlende Professionalität des Managements und die "Gleichgültigkeit der Politik". Dies die Bilanz der GPK des Ständerates.
Die Geschäftsprüfungs-Kommission des Ständerates (GPK) hatte eine 5-köpfige Subkommission eingesetzt, um die Probleme der Expo.01 zu untersuchen und daraus Lehren für künftige Grossprojekte zu ziehen. Das Gremium präsentierte am Mittwoch (28.03.) im Bundeshaus seinen Bericht.
Vielzahl von Mängeln und Fehlentscheiden
Die Abklärungen der Geschäftsprüfungs-Kommission (GPK) zeigen, dass eine Vielzahl von Problemen, negativen Umständen und Fehlentscheidungen auf unterschiedlichen Gebieten und Stufen zum Scheitern der Expo.01 geführt haben.
«Das Vertrauen in die leitenden Organe und die Überzeugung, dass sich die Schwierigkeiten schon meistern liessen, führten dazu, dass man zu lange an die Machbarkeit der Landesausstellung im Jahre 2001 glaubte», hält die GPK in ihrem Untersuchungsbericht fest. «Von Krise war bei der Expo-Leitung nie die Rede, obschon die Finanzierungsprobleme von Anfang an bekannt waren», heisst es weiter. Erst Mitte 1999 sei man sich bewusst geworden, dass die Finanzierung der Projekte nicht mit dem Sponsoring sichergestellt werden konnte.
Auf allen Ebenen unterschätzt
Für die GPK steht fest, dass das Unternehmen Landesausstellung in seiner Komplexität auf allen Ebenen unterschätzt wurde. Der Hauptmangel bestand ihrer Ansicht nach in der mangelnden Professionalität des strategischen und operativen Managements. Insbesondere unklare Kompetenzen zwischen der Generaldirektion mit Jacqueline Fendt und dem Strategischem Ausschuss mit Francis Matthey und Elisabeth Zölch führten gemäss GPK zu einem Führungs- und Kontrolldefizit.
Schwierige Rahmenbedingungen
Mit zu berücksichtigen seien aber auch die schwierigen Rahmenbedingungen, schreibt die GPK weiter. So sei die Expo.01 von Anfang an unter einem grossen Zeit- und Realisierungsdruck gestanden. Der Bundesrat habe sich nicht hinreichend mit den Grundlagen der Expo.01 befasst und die Machbarkeits-Einschätzung unkritisch und vorschnell übernommen.
Den Eidgenössischen Räten wirft die GPK vor, sie hätten bei der Beratung des Bundesbeitrages im Jahre 1996 zwar auf verschiedene Probleme und offene Fragen hingewiesen. Weil sie aber eine rasche Initialzündung geben wollten, bewilligten sie den Beitrag schliesslich, ohne die offenen Punkte wirklich zu klären.
Bundesrat und Parlament hätten unabhängig von ihrer Rolle und Verantwortung mehr Interesse für die Vorbereitung der Landesausstellung aufbringen sollen. Die «liebenswürdige Gleichgültigkeit» war laut GPK nicht angemessen.
swissinfo und Agenturen
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