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Pech für Sauber-Petronas

Sauber-Fahrer Kimi Raikkonen in Aktion während des Trainings Keystone

Überschattet vom Horror-Crash des Brasilianers Luciano Burti hat Michael Schumacher bei seinem Jubiläum in Spa Geschichte geschrieben. Er wurde am Sonntag beim Großen Preis von Belgien zum alleinigen Rekordmann der Formel-1-Sieger. Heidfeld und Räikkönen schieden aus.

Kurz nach 14 Uhr hatte der Rennleiter das Feld vergeblich auf die erfahrungsgemäss abenteuerliche Fahrt durch die Ardennen-Wälder zu schicken versucht. Heinz-Harald Frentzen hob die Hand zum Zeichen eines Problems. Der Ferrari-Motor im Prost war abgestorben, der Abbruch des Startprozederes die Folge davon. Wenig später schien alles gut zu gehen, ehe in der 4. Runde Eddie Irvine und Lucianco Burti kollidierten. Der Brite überstand den Unfall heil, wogegen der Brasilianer mit einer Hirnerschütterung und starken Prellungen in ein Lütticher Spital geflogen werden musste. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase erfolgte erneut der Abbruch. Burtis Bergung und die Räumung der Piste dauerten so lange, dass die übrig gebliebenen 18 Fahrer erst nach 23 Minuten zum dritten Mal davon brausten.

Von den Sauber-Fahrern war Kimi Räikkönen beim dritten Start schon nicht mehr dabei. Das akute Getriebeproblem, das ihn und auch Nick Heidfeld seit Samstagvormittag mehrmals gestoppt hatte, war erneut aufgetreten. Der Finne spurtete vergeblich an die Box zurück, denn die Verwendung des Ersatzwagens ist nicht erlaubt, wenn ein Rennen nicht spätestens nach der 2. Runde abgebrochen wird. Heidfeld kam nur gerade einige hundert Meter weit. Der Deutsche kollidierte im üblichen Getümmel in der «La Source»-Spitzkehre mit Jos Verstappen und danach auch noch mit Pedro de la Rosa. Dabei nahmen der Frontflügel und die Vorderrad-Aufhängung Schaden. Mit dem Spanier verbinden Heidfeld schlechte Erinnerungen; Ende Juli war er in Hockenheim vom Jaguar-Fahrer von hinten gerammt worden.

Michael Schumacher verliess Francorchamps nach seinem zehnten Rennen auf der diffizilen Strecke zum fünften Mal als Sieger. Er gewann überdies im 14. Grand Prix dieses Jahres zum achten Mal und ist jetzt auch alleiniger Rekordhalter mit insgesamt 52 Siegen. Mit dem früheren Halter der Marke, dem Franzosen Alain Prost, hatte er zwei Wochen zuvor in Ungarn gleich gezogen. David Coulthard wurde in Belgier Zweiter vor Giancarlo Fisichella, Mika Häkkinen, Rubens Barrichello, Jean Alesi und Ralf Schumacher. Dieses Klassement, das reglementsgemäss nur die im zweiten Rennen enstandenen Zeitabstände berücksichtigt, ist unter anderem für die WM-Platzierungen hinter dem Ferrari-Fahrer von Bedeutung. Coulthard verschaffte sich gegenüber Barrichello und Ralf Schumacher etwas Luft. Selbiges gelang McLaren-Mercedes im Kampf gegen BMW-Williams um den 2. Rang in der Teamwertung.

Saubers problembeladenes Wochenende blieb ohne ernste Folgen. Der 4. Platz bei den Konstrukteuren geriet trotz des doppelten Ausfalls nicht in Gefahr. Jordan-Honda vermochte dank eines Punkts für Alesi lediglich zu BAR-Honda aufzuschliessen. Die beiden Teams liegen jetzt gemeinsam mit vier Punkten Rückstand auf Sauber auf Platz 5. «Das Getriebeproblem muss nun schnellstens gelöst werden», mahnte Peter Sauber. «So weit wir bisher feststellen konnten, haben immer wieder Schaltgabeln überhitzt, so dass die Gänge stecken blieben oder rausfielen.» So war es am Samstag im freien Training und hernach im Qualifying bei beiden Fahrern gewesen und bei Heidfeld auch noch am Sonntagmorgen im Warm-up.

Der Zwischenfall mit Irvine und Burti ereignete sich an einer der schnellsten Stellen der Strecke, in der berüchtigten «Blanchimont»-Linkskurve. Der Brasilianer versuchte den Nordiren mit rund 300 km/h auf der Innenbahn zu überholen. Irvine, der wegen eines Reifenproblems schon vorher Plätze verloren hatte, wurde vom Manöver offensichtlich überrascht. Nur so ist es zu erklären, dass er den Jaguar nach innen zog und dem Prost-Fahrer zu wenig Platz zwischen Piste und Leitplanke liess. Burti schoss nach der Kollision ungebremst in einen Reifenstapel. Der Aufprall dürfte mit nahezu 200 km/h erfolgt sein. Der 25-jährige Brasilianer hatte jedenfalls viel Glück im Unglück. Eine Scanner-Untersuchung im Spital ergab keine Beschädigung des Gehirns; sie wird aber am Montag wiederholt.

swissinfo und Agenturen

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