Schnyder schlägt Nummer 1
Riesenerfolg in Charleston für Patty Schnyder: Nach Amélie Mauresmo, Mary Pierce und Serena Williams besiegt sie mit Jennifer Capriati sogar die Nummer 1 der Welt.
Mit 6:4, 6:3 fiel der Erfolg der Schweizerin erst noch deutlich aus. Jetzt kann noch die Kroatin Iva Majoli Schnyders Krönung und den achten Titel verhindern. Majoli schlug im zweiten Halbfinal-Spiel die Französin Sandrine Testud mit 6:2, 6:4.
Die derzeitige Weltranglisten-Dreissigste Schnyder wird dank ihrem unglaublichen Erfolgslauf am Montag in die Gegend von Platz 15 zurückkommen. Im Falle eines Turniersiegs könnte sie sogar bis auf Platz 14 vorrücken. Capriati, die im Vorjahr den Titel gegen Martina Hingis gewonnen hatte, muss wegen der Niederlage hingegen am Montag die Vorherrschaft wieder an Venus Williams abgeben.
Innert Monatsfrist haben damit zwei Baselbieter Tennisspieler die aktuelle Weltnummer eins bezwungen. Auf Key Biscayne hatte sich schon Roger Federer gegen Lleyton Hewitt durchgesetzt.
Verdienter Sieg
Schnyders erster Sieg gegen die Dominatorin der letzten fünfzehn Monate – Capriati gewann drei von fünf Grand-Slam-Turnieren in dieser Spanne und besiegte in dieser Zeit auch Martina Hingis viermal hintereinander – war verdient. Nach einem anfänglichen 1:3-Rückstand führte Schnyder fast immer. Im zweiten Satz konnte sie dann ein frühes 3:0 zum Matchgewinn konvertieren.
Schnyder zeigte, wie in den letzten Tagen, jene Tugenden, die man seit langem so schmerzlich vermisst hatte: Intelligente Spielanlage, Geduld sowie ein Händchen, das sie einst in die Top ten geführt hatte.
Sensationelle Wandlung
Schnyders Wandlung innert Monatsfrist, als sie auf Key Biscayne in der Startrunde sang- und klanglos gegen Samantha Reeves (WTA 98) ausgeschieden war, mutet wahrlich sensationell an. Für ihren Manager Töns Haltermann ist sie indes erklärbar, auch wenn er sie in dieser Form natürlich auch nicht hatte erwarten können: «Im Training hatte Patty seit langem sehr gut gespielt. Entscheidend war nun der Sieg gegen Mauresmo. Seither hat Patty wieder den Glauben, dass sie gegen jede Spielerin gewinnen kann.»
In der Vergangenheit hatte Schnyder auch neben den Courts für negative Schlagzeilen gesorgt, zuletzt speziell auch durch die permanenten Streitigkeiten zwischen ihr und ihrem Lebensgefährten Rainer Hoffmann einerseits und ihren Eltern andererseits, die sogar in Klagen gipfelten. Gemäss dem in Hamburg domizilierten Haltermann ist die Situation im Moment erträglich: «Natürlich ist es immer noch sehr schwierig, und Patty hätte es gerne anders. Aber sie hat gelernt, mit der Situation, wie sie im Moment ist, zu leben und kann damit umgehen.»
swissinfo und Agenturen
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