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Schweizer Bevölkerung fühlt sich sicher

Eine Öffnung der Schweiz ist erwünscht, aber nur wenn sie nicht auf Kosten der Souveränität geht. Keystone

Vier von fünf Schweizerinnen und Schweizern fühlen sich sicher und zwei von drei blicken mit Optimismus in die Zukunft.

Dies geht aus der Studie «Sicherheit 2003» hervor, die das Sicherheitsgefühl der Schweizer Bevölkerung untersuchte.

«Immer wenn die Schweiz von aussen bedroht wird oder sich die Wirtschaftslage verschlechtert, steigt die Wertschätzung gegenüber den eigenen Institutionen», erklärt Karl Haltinger, Mitautor und Herausgeber der Studie «Sicherheit 2003».

Die Jahresstudie «Sicherheit» der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik der ETH Zürich und der Militärakademie an der ETH Zürich stützt sich auf eine repräsentative Befragung der Schweizer Stimmbevölkerung. Wegen dem Irak-Krieg wurde die Befragung 2003 zweimal durchgeführt.

Im Februar bezeichneten sich 82% der 1202 Befragten als «sehr» oder «eher sicher». Bei der zweiten Befragung im April betrachteten sich gar 88% von rund 1002 Personen als «sehr» oder «eher sicher». Damit hat das Sicherheitsgefühl gegenüber dem Vorjahr (82%) zugenommen.

Optimistisch für die Zukunft

Zwei von drei Befragten (66%) gaben sich überzeugt, dass die nächsten fünf Jahre für die Schweiz positiv verlaufen werden. Damit hat sich der Optimismus in Bezug auf die nähere Zukunft der Schweiz im Vergleich zum Dezember 2002 wieder leicht erholt.

Dennoch liegt er deutlich unter den Werten der Jahre 2000 und 2001. Diese Erwartung dürfte laut den Verfassern der Studie die derzeit eher unsichere Wirtschaftslage reflektieren.

Moderate Öffnung erwünscht

Zwei von drei Befragten begrüssten zudem eine moderate Öffnung der Schweiz, welche die Souveränität nicht einschränkt. Ein EU-Beitritt wird laut Studie nach wie vor wuchtig abgelehnt wird.

Stark befürwortet wird hingegen eine Intensivierung der internationalen polizeilichen Zusammenarbeit (91%). Als erstrangiges Problem (79%) für die Innere Sicherheit wird die Kontrolle des Ausländeranteils in der Schweiz gesehen.

Respektierung des Völkerrechts

Bei der äusseren Sicherheit ist der Schweizer Bevölkerung die Respektierung des Völkerrechts und die Verhinderung von Kriegen ein zentrales Anliegen (über 90%). Entsprechend stösst die selbstgewählte Rolle der USA als Ordnungsmacht bei mehr als 80% der Befragten auf Ablehnung.

Die UNO hingegen hat durch die Irakkrise in der Schweiz an Ansehen und Legitimität gewonnen. Ihr Prestige legte zwischen der Befragung im Februar und derjenigen im April um 14% zu (65% resp. 79%).

Neutralität und Miliz im Aufschwung

Höher bewertet als in den Jahren zuvor werden die Werte Neutralität (88%) und Miliz (49%, April 53%). Die Verfasser der Studie führen dies auf die unsichere Weltlage zurück.

Eine Annäherung an die NATO oder gar ein NATO-Beitritt findet noch geringere Unterstützung als in den Vorjahren (27%, April 30%). Seit dem Irak-Krieg werden zudem schweizerische Militärengagements im Ausland eher skeptischer betrachtet.

swissinfo und Agenturen

Als «ausserordentlich wichtig» beurteilt werden die Sicherheit
des Arbeitsplatzes 40% (+5% gegenüber 2002)
vor Terrorismus 40% (+4%)
vor Verbrechen und Kriminalität 41% (+3%)
soziale Sicherheit 39% (+3%)
militärische Sicherheit 16% (+3%)

Die Jahresstudie «Sicherheit» stützt sich auf eine repräsentative Befragung der Schweizer Stimmbevölkerung.

Wegen dem Irak-Krieg wurde die Befragung 2003 zweimal durchgeführt.

Befragt wurden zwischen dem 11. Januar und dem 5. Februar 1202 Personen und vom 7. bis 14. April 1002 Personen.

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