Schweizer gedemüdigt
Eine Woche vor dem WM-Start verlor das Schweizer Eishockey-Nationalteam in Biel gegen die Slowakei mit 1:6. Den Ehrentreffer erzielte Marc Reichert (1:4/43.).
Genau ein Jahr ist es her, seit die Schweiz ebenfalls in Biel die Eishockey-Macht USA dank eines phänomenalen Schlussdrittels (3:0) mit 6:2 vom Eis putzte. Marcel Jenni erzielte damals das 1:0, Patrick Sutter den Gamewinner, und 7124 Fans feierten «ihren» Michel Riesen, als dieser das 5:2 markierte.
Solche Trubel- und Jubelstimmung kam gestern bei noch 5076 Zuschauern gegen die Slowakei nicht auf – und nicht nur, weil der Einheimische Michel Riesen nicht mehr im Team steht: Nach zehn Minuten und einigen bösen Schnitzern stand es früh 0:2. Und bereits vor der zweiten Pause wurden die Schweizer erstmals seit langer Zeit von den eigenen Fans ausgepfiffen.
Krise beim Schweizer Team
Was war passiert? Zu Beginn des zweiten Drittels hatten sich die Schweizer zwar kurz um eine Reaktion bemüht, die erste gute Chance bot sich aber dennoch den Gästen, und die dritte Möglichkeit im zweiten Drittel nützte Richard Lintner nach einem misslungenen Befreiungsschlag von Goran Bezina zum 3:0. Gut zwei Minuten und zwei Schüsse später stand es durch Miroslav Hlinka sogar 4:0.
Die Schweiz in der Krise? Es scheint so. Nur wenn dem Team von Ralph Krueger wie vor einem Jahr gegen die USA alles gelungen wäre, hätte es zu einem Sieg reichen können. Wenn die Schweizer wieder so einen Abend gehabt hätten, an dem alles gelingt und zu Gold wird, dann hätte Björn Christen schon nach 15 Sekunden mit der ersten Chance das 1:0 erzielt – oder spätestens Adrian Wichser in der 4. Minute.
Tschechen dürfen sich freuen
Und sicher hätte Lars Weibel im zweiten Schweizer Powerplay nicht ausgerechnet jene drei Spieler lanciert, die sich ohne einen Blick für die Aktion zur Spielerbank begaben und so der Slowakei eine Vier-gegen-Zwei-Chance ermöglichten, die Peter Pucher zum 2:0 nützte.
Wenn die Schweizer in einer Woche im WM-Startspiel ähnlich sorglos auftreten, dürfen sich Jaromir Jagr und die Tschechen jetzt schon freuen. Die Defensive funktioniert trotz emsigen Übens noch nicht.
Bei den Rebounds sind die Schweizer Backs nicht präsent, ausserdem ermöglichen Blackouts (Weibel beim 0:2, Bezina beim 0:3) dem Gegner immer wieder Grosschancen. Keine Ausnahme bildeten Mathias Seger und Martin Steinegger, die gemeinsam mit dem ersten Block (Della Rossa, Crameri, Christen) das Eis mit einer Minus-3-Bilanz verliessen.
swissinfo und Agenturen
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