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Schweizer Waffeninspektor zurück aus Bagdad

Schweizer Experte möchte den UNO-Inspektoren im Irak mehr Zeit einräumen. Keystone

Sein Team sei bei den Inspektionen von den Irakern nicht behindert worden, erklärte der Basler Rolf List nach seiner Rückkehr in die Schweiz.

Der Schweizer Experte ist aber der Ansicht, dass die Inspektoren mehr Zeit brauchen, um ihren Auftrag zu erfüllen.

«Wir hatten immer gleich Zugang zu den Anlagen, die wir inspizieren wollten», sagte List gegenüber swissinfo. Sein Team sei fast durchgehend unangemeldet erschienen.

Die irakischen Vertreter, die den Fahrzeugen des UNO-Teams folgten, hätten jeweils nicht gewusst, wo die Kontrollen durchgeführt würden. So habe meistens nur eine Vorwarnzeit von rund zehn Minuten bestanden.

List und sein Team suchten nach biologischen Kampfstoffen und «Dual-Use»-Gütern. Diese sind Gegenstände oder Einrichtungen, die sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken dienen.

100 Anlagen inspiziert

Insgesamt durchsuchte das Team 100 Stätten, militärische zumeist, aber auch zivile Einrichtungen wie Brauereien, Universitäten und Fabriken.

Die Inspektoren suchen nach Massenvernichtungswaffen sowie Anlagen und Stoffen zu deren Herstellung. Gemäss UNO-Resolution 1441 muss Irak mit «ernsthaften Konsequenzen» rechnen, wenn es die Arbeit der Inspektoren behindert.

Nach Ansicht der USA und ihrer engsten Verbündeten ist dies durch Iraks bisheriges Verhalten schon gegeben, sie wollen daher in den Krieg ziehen, denn nur nur so lasse sich das Regime von Saddam Hussein entwaffnen. Staaten wie Frankreich, Deutschland und Russland hingegen wollen den Inspektoren mehr Zeit einräumen und weiter nach einer friedlichen Lösung suchen.

Mehr Zeit notwendig

Angesprochen auf Kritik, dass die UNO-Inspektoren niemals alle potenziellen Waffenverstecke aufspüren könnten, bekräftigte List: «Die irakischen Behörden waren sehr kooperativ.» Er habe nie den Eindruck gehabt, dass etwas versteckt werde.

Um einen Überblick über alle Anlagen zu erhalten, seien drei Monate aber zu kurz, sagte List. Dazu brauche es mindestens ein Jahr. «Krieg ist keine Lösung», ergänzte er.

List attestiert den Kontrollen eine durchaus messbare Wirkung. «Während der Inspektionen ist es für den Irak äusserst schwierig, Massenvernichtungswaffen herzustellen.»

Über allfällige Funde von verbotenen Stoffen oder Anlagen könne er keine Auskunft geben. Und: «Wie Hans Blix (der Chef-Inspektor) schon sagte, den ‚rauchenden Colt‘ haben wir bisher nicht gefunden, aber das kann noch kommen.»

Weiterer Einsatz möglich



Sollte der UNO-Sicherheitsrat beschliessen, die Frist für die Inspektionen zu verlängern, wird List möglicherweise zu einem weiteren Einsatz kommen. List, der im Zivilleben als Zollexperte tätig ist, war bereits 1998 während dreieinhalb Monaten in Irak im Einsatz.

Für seinen Einsatz wurde er während mehrerer Wochen bei den Vereinten Nationen in Österreich, Grossbritannien und in den USA ausgebildet. Neben ihm hat bisher nur ein weiterer Schweizer diese Zusatzausbildung absolviert.

swissinfo und Agenturen

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