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Session in Lugano: Teurer Publikums-Erfolg

Es wird wohl einige Jahre gehen, bis die Abgeordneten wieder auswärts tagen. Keystone

Die Frühjahrsession 2001 in Lugano hat wie budgetiert 1,9 Mio. Franken mehr als eine Berner Session gekostet. Gross war das Publikums-Interesse an den Ratssitzungen, während die beabsichtigte Aufwertung des Italienischen im Rat zu kurz kam.

Trotz eines im Vergleich zur Genfer Session von 1993 erheblichen organisatorischen Mehraufwands sind die Kosten der Session in Lugano um 17’595 Franken tiefer als budgetiert ausgefallen. Dies hält der am Montag veröffentlichte Schlussbericht der Parlamentsdienste fest.

8’000 Besucherinnen und Besucher

Als «überwältigend» wird im Bericht das Publikumsinteresse bezeichnet. Mit gegen 8’000 Besucherinnen und Besucher wurden doppelt so viele Gäste wie durchschnittlich in Bern gezählt. Weniger erfolgreich fiel dagegen die vermehrt beabsichtigte Verwendung der italienischen Sprache im Rat aus.

So entfielen bei einer Gesamtredezeit von 79 Stunden einzig 3 Stunden auf die italienische Sprache. Immerhin sind das 3,5 Prozent im Vergleich zu durchschnittlich 1 Prozent während einer Berner Session. 13 nicht-italienischsprachige Ratsmitglieder haben zudem ein Votum in italienischer Sprache eingereicht.

Mangelnde Disziplin

Ein Kennzeichen der Tessiner Session war das reich befrachtete Rahmenprogramm. Die 54 Veranstaltungen mochten denn auch etwas zu viel des Guten gewesen sein. So erwähnt der Schlussbericht, dass teilweise «die Disziplin beim Besuch der Exkursionen, für die sich Ratsmitglieder angemeldet hatten, zu wünschen übrig» liess.

Ebenfalls nicht ganz den Erwartungen entsprach die beabsichtigte «Durchmischung der Ratsmitglieder» in den Hotels von Lugano, war doch die Tendenz zur Bildung von «Fraktionshotels» nicht zu übersehen.

Grundsätzlich positiv werden die Räumlichkeiten für den Ratsbetrieb im Palazzo dei Congressi gewürdigt. Nicht optimal waren jedoch Akustik, Beleuchtung und Sitzmöglichkeiten für die Mitglieder des Nationalrats, während die Ständeratsmitglieder vor allem mit Lärm am Eingang zu ihrem Sitzungsraum zu kämpfen hatten.

«Etwa alle zehn Jahre»

Schliesslich empfiehlt der Schlussbericht im Hinblick auf eine nächste Session «extra muros» einen Protokollchef, der die Protokollfragen bei den zahlreichen offiziellen Anlässen regelt. In dieser Beziehung seien die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zu wenig klar geregelt gewesen.

Offen lässt der Bericht die Frage, wann die nächste Session ausserhalb Berns durchgeführt wird. Verwiesen wird einzig auf eine Interview-Äusserung der Generalsekretärin der Bundesversammlung, Mariangela Wallimann-Bornatico, die sich Sessionen ausserhalb Berns «etwa alle zehn Jahre» vorstellen kann.

swissinfo und Agenturen

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