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Sinkender Ausländeranteil in der Schweiz

Der Anteil an Ausländern in der Schweiz wird sinken - mit oder ohne erleichterter Einbürgerung. Keystone

Falls die Revision des Ausländerrechts in Kraft tritt, würde die Anzahl Ausländer in der Schweiz bis 2050 auf knapp 15% sinken.

Zwei von «Avenir Suisse» präsentierte Studien befassen sich mit den Konsequenzen einer erleichterten Einbürgerung.

Der Ausländer-Anteil in der Schweiz wird sinken – mit oder ohne Gesetzes-Revision.

Mit der vom Parlament beschlossenen Revision des Bürgerrechts könnte der Anteil bis ins Jahr 2050 von heute 20% auf 13,4% zurückgehen – trotz anhaltender Zuwanderung.

«Mit oder ohne Gesetzes-Revision – immer mehr Ausländerinnen und Ausländer erfüllen die Voraussetzungen für eine Einbürgerung», sagte Thomas Held, Direktor von Avenir Suisse am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Die Zahl der Einbürgerungen pro Jahr werde von gegenwärtig rund 28’000 (2001) auf 40’000 bis 50’000 zunehmen. Die Revision der Bürgerrechtsbestimmungen würde diesen Trend früher eintreten lassen.

Langfristige Abnahme

Der Ausländeranteil werde deshalb längerfristig auch bei hoher Zuwanderung abnehmen.

Das würden zwei von Avenir Suisse in Auftrag gegebene Studien zeigen. Wenn das Bürgerrecht nicht revidiert wird – das Schweizer Volk muss den vom Parlament beschlossenen Änderungen noch zustimmen – würden die Ausländer 2025 noch 19,5%, im Jahr 2050 noch 18% der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Mit der vorgeschlagenen Revision des Bürgerrechts, welches die minimale Aufenthaltsdauer von 12 auf 8 Jahre senken und in der Schweiz geborenen Ausländern der dritten Generation automatisch einen roten Pass geben will, würde der Ausländeranteil noch stärker sinken: Im Jahr 2025 betrüge er 17,5%, 2050 noch 14,7%.

Höhere Einbürgerungs-Quote

In einem «dynamischen Modell» berechneten die Autoren der Studie die zukünftigen Ausländeranteile, falls sich mehr Ausländer einbürgern lassen wollen als bisher.

In den vergangenen Jahren lag die Einbürgerungs-Quote bei jeweils rund 4%. Würde nun die Nachfrage an der Schweizer Staatsbürgerschaft steigen, würden mit dem revidierten Bürgerrecht im Jahr 2025 in der Schweiz 1,28 Mio. Ausländer leben.

Das entspricht gemessen an der Gesamtbevölkerung einem Anteil von 16,4%. Im Jahr 2050 wären es noch 1,03 Millionen Ausländer, was einem Anteil von 13,4% entspricht.

Politisches Signal



Ralf Ulrich von der Humboldt Universität Berlin und Mitautor der einen Studie glaubt, dass sich in Zukunft in der Schweiz mehr Ausländer einbürgern wollen.

«Nehmen die Schweizer das neue Bürgerrecht an, wird dies als politisches Signal gewertet», meint Ulrich. Als Ausländer wisse man dann, dass Einbürgerungen grundsätzlich erwünscht seien.

Zudem werden laut Ulrich die bilateralen Abkommen die Schweizer Staatsbürgerschaft für EU-Bürger wieder attraktiver machen: Die EU – Bürger verlieren mit dem roten Pass das Niederlassungs-Recht und die Arbeitserlaubnis im EU-Raum nicht mehr.

Die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft – in der Schweiz besteht sie seit 1992 – sei ebenfalls ein Anreiz, sich einbürgern zu lassen.

Hoher Ausländeranteil wegen strengen Bestimmungen

Gianni D’Amato vom Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien und ebenfalls Mitautor der Studien machte darauf aufmerksam, dass es einen Zusammenhang gebe zwischen einem hohen Ausländeranteil und einen komplizierten und restriktiven Einbürgerungsgesetz.

«Die Schweiz hat unter anderem auch wegen ihrer strengen gesetzlichen Bestimmungen einen im europäischen Vergleich hohen Ausländeranteil.»

swissinfo und Agenturen

20%: Ausländeranteil an der ständigen Wohnbevölkerung.
1’456’780 Einwohner der Schweiz haben einen ausländischen Pass, davon 21,1% aus Italien, 13,6% aus Serbien und Montenegro, 9,9% aus Portugal und 8,7% aus Deutschland. Es folgen die Türkei, Spanien, Frankreich, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien.
Nicht in der Statistik erfasst sind die Asylbewerber.

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