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Truppenaufmarsch geht weiter

Vorbereitungen der US Navy auf dem Flugzeugträger Theodore Roosevelt. Keystone

Knapp zwei Wochen nach den Terroranschlägen ging am Wochenende die Aufrüstung der USA und ihrer Alliierten weiter. Als Antwort für die Unterstützung Indiens und Pakistans hoben die USA die Sanktionen gegen diese Länder auf. Derweil war von der afghanischen Regierung zu vernehmen, Osama Bin Laden werde "vermisst". Die Nördliche Allianz, die gegen das Taliban-Regime kämpft, liess verlauten, Osama Bin Laden befinde sich noch in Afghanistan.

Während sich US-Präsident George W. Bush auf seinem Landsitz in Camp David im Bundesstaat Maryland am Wochenende mit dem nationalen Sicherheitsrat beriet, hoben Kampfflugzeuge von Stützpunkten in den USA ab. Erste US-Militärflugzeuge trafen nach Angaben der Armee am Samstag in Usbekistan ein.

Die USA bestätigten am Sonntagabend, dass sie ein Spionageflugzeug über Afghanistan verloren haben. Einen Abschuss, wie es die Taliban-Führung in Kabul am Samstag meldete, wollte US- Verteidigungsminster Donald Rumsfeld aber nicht bestätigen.

Bin Laden offenbar unauffindbar

Das Pentagon verweigert jede Aussage zu verdeckten Operationen im Ausland. Bush soll sich mit dem britischen Premierminister Tony Blair darauf verständigt haben, bei einer Militäraktion zur Aufspürung Bin Ladens in Afghanistan im Alleingang zu handeln.

Bush und Blair seien sich einig, dass für eine derartige Aktion eine «straffe Kommandostruktur» notwendig sei, berichtete die «Financial Times». Am Sonntag sagte derweil Taliban-Botschafter Addul Salam Saif in Islamabad, Gesandte von Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar hätten in den vergangenen Tagen nach Bin Laden gesucht, doch er sei nicht auffindbar. Es würden Anstrengungen unternommen, ihn zu finden.

Nach Informationen der gegen das Taliban-Regime kämpfenden Nördlichen Allianz befindet sich Osama Bin Laden noch in Afghanistan. Er halte sich im Süden des Landes versteckt, sagte der «Außenminister» der Allianz, Abdullah Abdullah, am Sonntag in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN.

Ziel: Vertreibung der Taliban?

In der US-Regierung herrscht offenbar Uneinigkeit darüber, ob die Taliban in Afghanistan im Zuge des Militärschlags gegen den Terrorismus gestürzt werden sollen. Diese Absicht nannte die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Sonntag in einem Fernsehinterview mit Fox News. Außenminister Colin Powell widersprach der Darstellung.

Mehr Reservisten

Das Pentagon berief am Samstag weitere 5’172 Reservisten zum Dienst ein. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der aktivierten Reservisten auf gut 10’000. Der Präsident hatte vergangene Woche die Einberufung von 35’000 Reservisten genehmigt. Die Reservisten sollen vor allem auf Stützpunkten in den USA aushelfen, wo Truppen und Kampfflieger-Verbände sich auf die Verlegung in die Region des Persischen Golfs vorbereiten.

USA hebt Sanktionen auf

Die USA hoben am Samstag die Sanktionen gegen Indien und Pakistan auf, die Washington über die beiden verfeindeten Nachbarn nach ihren Atomtests im Mai 1998 verhängt hatte. Washington wirbt um Pakistan als Verbündeten im Kampf gegen den Terrorismus.

Am Freitag protestierten in Pakistan Tausende von Moslems gegen die USA. Bei den zum Teil gewalttätigen Zusammenstössen mit Polizei und Sicherheitskräften kamen mindestens drei Menschen ums Leben.

Ermittlungen und Bergungsarbeiten

In den USA verstärkte sich inzwischen die Sorge vor weiteren Anschlägen: In mehreren Flugzeugen wurden versteckte Teppichmesser gefunden, wie sie bei den Anschlägen am 11. September benutzt worden waren.

Im Zusammenhang mit den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center nahm die britische Anti-Terror-Polizei drei Männer und eine Frau fest. Alle Festgenommenen wurden in Polizeiquartieren in London verhört. Die deutschen Behörden fahnden per Haftbefehl nach zwei mutmasslichen Attentätern.

Aus den Trümmern des World Trade Centers in New York wurden unterdessen weitere Leichen geborgen. Die Zahl der in New York geborgenen Toten sei auf 261 gestiegen. Laut Polizei wurden bislang 194 Tote identifiziert. Nach den Anschlägen in den USA gelten fast 7’000 Menschen als tot oder vermisst.

swissinfo und Agenturen

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