UEFA: Starke Gegner für die Schweizer Teams
In der 2. UEFA-Cup-Runde empfangen die Grasshoppers am 18. Oktober den holländischen Mittelfeldklub Twente Enschede, St. Gallen misst sich zuerst auswärts mit dem Bundesligisten SC Freiburg, und Cupsieger Servette spielt gegen den spanischen Cup-Holder Saragossa.
Die Grasshoppers qualifizierten sich mit dem Gesamtskore von 6:2 gegen Dinamo Bukarest überraschend sicher, dürften aber gegen Enschede auf mehr Widerstand stossen.
Die vom früheren Europameister John van’t Schip gecoachte Auswahl sicherte sich im Juni mit einem Sieg im Penalty-Schiessen gegen den weitaus höher kotierten PSV Eindhoven die zweite Cuptrophäe nach 1977.
Im aktuellen Championat ist Twente unter 18 Teams nach sechs Runden lediglich im 9. Rang klassiert, spielt aber im modernen Het-Diecman-Stadion trotzdem regelmässig vor fast 10’000 Zuschauern.
Die Vorzüge der im Nordosten Hollands beheimateten Equipe liegen im Mittelfeld. Der schottische Internationale Scott Booth (ex Dortmund) lenkt das Spiel, der frühere Servettien Fouzi El Brazi sichert im 4-3-3-System defensiv ab.
In offensiver Hinsicht gilt es das 20-jährige Talent Roland Kollmann zu beachten; der Kärtner stiess im Sommer als bester Torschütze der österreichischen Bundesliga zu Enschede.
St. Galler Freude
In St. Gallen war man sich nach der Auslosung einig: Der Gegner aus Freiburg ist sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht sehr reizvoll. «Grosse Reisespesen fallen nicht an, und es ist sehr wohl denkbar, gegen die Deutschen vor ausverkauften Rängen spielen zu dürfen», rieb sich St. Gallens Präsident Thomas Müller die Hände.
Die Höhe der Einnahmen können die zunächst als Heimklub für das Hinspiel ausgelosten St. Galler nach dem Platzabtausch wesentlich beeinflussen. Weil der Hardturm am 18. Oktober durch das Spiel GC – Enschede besetzt ist, bietet sich dem Meister von 2000 in der renovierten Dreisam-Arena die Möglichkeit, sich eine attraktive Ausgangslage für das Rückspiel am 1. November zu schaffen.
Freiburg beschwört die Kontinuität geradezu. Der 53-jährige Trainer Volker Finke führte das Team in den vergangenen zehn Jahren zweimal in die Bundesliga. In der Eliteklasse haben sich die Breisgauer mittlerweile etabliert und sich letzte Saison zum zweiten Mal in der 97-jährigen Vereinsgeschichte das Europacup- Ticket gesichert. Finke setzt erfolgreich auf zahlreiche Nachwuchsspieler, unter denen sich auch der Schweizer Oumar Kondé befindet.
St. Gallen darf sich gegen den SC Freiburg, der fünf Georgier beschäftigt, durchaus Chancen ausrechnen. Nicht ausser Acht lassen sollte man aber, dass auch der vergleichsweise bescheidene Gegner mit fast 40 Millionen Franken wirtschaftet. Partien zwischen Schweizern und Deutschen endeten in der Vergangenheit ohnehin meistens mit Niederlagen; in 20 Duellen setzten sich bislang nur GC (1978/Eintracht Frankfurt), Zürich (1977/Dynamo Dresden) und YB (1959/Karl-Marx-Stadt) durch.
Servette Aussenseiter
Servette erhielt bei der Auslosung in Nyon die schwierigste Aufgabe zugeteilt. Gegen Slavia boten die Genfer zwar zwei höchst solide Vorstellungen, gegen Saragossa muss der NLA-Leader aber offensiv mehr bieten.
Die Mannschaft aus der Provinz Aragon ist zwar nicht sehr gut zur Meisterschaft gestartet (13. Platz), bekundete jedoch in der 1. Runde des UEFA-Cups mit den Dänen aus Silkeborg (5:1) keinerlei Probleme.
Der grösste Erfolg auf europäischer Ebene liegt sechs Jahre zurück. Im Pariser Parc des Princes gewann Saragossa den Cupsiegercup-Final gegen Arsenal. Von den damaligen Akteuren stehen der Verteidiger Xavier Aguado und der Mittelfeldspieler Santiago Aragon noch immer im Einsatz. José Ignacio ist aktuelles Mitglied der spanischen Nationalmannschaft, Gary Sundgren spielt für Schweden. Der jugoslawische Internationale Goran Drulic wird hingegen frühestens in vier Monaten wieder stürmen; er erlitt einen Kreuzbandriss im Knie.
swissinfo und Agenturen
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