Die Adresse beeinflusst im Kanton Zürich den Schulerfolg
Die Postleitzahl entscheidet auch im Kanton Zürich über den Schulerfolg. Die Abschlussquote der Sekundarstufe II, also eine Berufslehre oder eine Maturität, liegt in den Städten im Schnitt tiefer als auf dem Land oder in reichen Gemeinden.
(Keystone-SDA) Der Kanton Zürich liegt bei der Abschlussquote für die Sekundarstufe II landesweit auf Platz eins: 91,9 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum 25. Altersjahr haben hier eine eine Berufslehre oder eine Maturität abgeschlossen.
Das Bundesamt für Statistik wertete dafür Zahlen von 2010 bis 2024 aus. Der Landesschnitt liegt minim tiefer bei 91,7 Prozent. Bei genauerer Betrachtung ist der Zürcher Schul- und Ausbildungserfolg aber nicht überall gleichmässig verteilt.
Nu 74 Prozent im Sihlfeld
Am tiefsten liegt die Abschlussquote im Kreis Zürich Sihlfeld Ost: Dort haben nur 74 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum 25. Altersjahr einen Abschluss in der Tasche. Ebenfalls verhältnismässig wenige sind es im Langstrassenquartier, wo nur 80 Prozent eine abgeschlossene Ausbildung haben.
An der Spitze stehen – wenig überraschend – reichere Quartiere und ländlichere Gemeinden. So hatten etwa in Zürich Fluntern, Oberstrasse und Hirslanden 96 Prozent der jungen Erwachsenen einen Abschluss. Ebenfalls 96 Prozent sind es etwa in Seuzach bei Winterthur, Greifensee oder Andelfingen.
Das Bundesamt für Statistik führt die tieferen Quoten in städtischen Gemeinden auf komplexe soziale Strukturen, einen höheren Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler sowie mehr Haushalte mit tiefem Einkommen zurück.