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Rigibahn: Die erste Zahnradbahn der Schweiz brachte den Bergtourismus

Undatierte Aufnahme des Bahnhofs Vitznau (LU) an der 1871 in Betrieb genommenen Strecke Vitznau–Rigi.
Undatierte Aufnahme des Bahnhofs Vitznau (LU) an der 1871 in Betrieb genommenen Strecke Vitznau–Rigi. Keystone

Die erste grosse Bergbahn Europas ging 1871 in Betrieb und machte die Alpen zu einem zugänglichen, spektakulären und gemeinschaftlichen Erlebnis.

Zentralschweiz, 21. Mai 1871. Auf der Steigung von Vitznau hinauf zur Rigi bewältigt ein Zug Steigungen, die bis dahin als unmöglich galten, und zwar ohne zu schlittern oder anzuhalten.

Es war der Tag der Einweihung der Vitznau-Rigi-BahnExterner Link, der ersten Bergbahn Europas, die unter der Leitung des Schweizer Ingenieurs Niklaus RiggenbachExterner Link für das breite Publikum geöffnet wurde.

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Ermöglicht wurde der Aufstieg durch eine einfache, aber revolutionäre Idee: eine Zahnstange zwischen den Schienen, an der ein Antriebsrad befestigt ist. Ein System, das zum ersten Mal in grossem Massstab bei einer öffentlich zugänglichen Alpenbahn zum Einsatz kam und es ermöglichte, Steigungen von bis zu 25 Prozent zu überwinden. Der Berg wurde damit vom Hindernis zum Ziel.

Die erste, rund fünf Kilometer lange Strecke erreichte den Gipfel noch nicht, sondern machte auf der Rigi Staffelhöhe Halt. Der Gipfel, die Rigi Kulm, wird später, mit der Vollendung 1873 erreicht.

Doch schon dieser Abschnitt markiert eine Zäsur: nicht nur eine technische Leistung, sondern einen Perspektivenwechsel. Der Berg wird zu einem Ort, den man zum Vergnügen und für die Lust an der Aussicht erreicht.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt Europa den modernen Tourismus. Seen und Berge, die bis dahin als Randgebiete oder feindliche Gebiete wahrgenommen wurden, treten in die neue Ökonomie der Erfahrung ein.

Auch der Alpentourismus entstand aus dem Erbe der Grand TourExterner Link, wurde aber nun in eine modernere Form des europäischen Reisens projiziert. Die Rigi-Bahn ist nicht nur Teil dieses Prozesses, sie beschleunigt ihn.

Und so strömten im Mai 1871 neben Journalisten auch Besucher und Schaulustige herbei, um eine ebenso schwindelerregende wie überraschend sichere Fahrt zu erleben.

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Die Rigi Bahn ist allerdings nicht die erste Zahnradbahn: Es gab bereits industrielle Anwendungen und in den Vereinigten Staaten wurde 1869 die Mount Washington Cog RailwayExterner Link eröffnet. In Europa ist dies jedoch die erste Bahn, die die Vorstellung von den Alpen so stark beeinflusst hat.

Und von da an verbreitete sich das Modell schnell. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die Alpen mit einem Netz von Bergbahnen ausgestattet, die das Verhältnis zwischen Mensch und Höhe veränderten. Die Jungfraubahn, der Gornergrat und der Pilatus gehören in die Reihe der grossen Alpenbahnen, die ebenfalls durch das Rigi-Experiment ermöglicht wurden.

Auch das Tessin wurde Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von diesem Wandel angetrieben. Die Monte-Generoso-Bahn und die Standseilbahnen San Salvatore oder Brè folgen demselben Prinzip, auch wenn sie nicht immer das Zahnradsystem verwenden: den Gipfel zu erschliessen und ihn zu einem Erlebnis zu machen.

Der Berg ist nicht mehr nur eine physische Herausforderung oder eine natürliche Grenze: er wird zu einer Landschaft, die zum Nachdenken anregt, zu einem begehbaren Erlebnis. Der Wandel ist nicht nur technisch und wirtschaftlich, sondern auch kulturell. Mit dem Zug auf fast 1800 Meter hinaufzufahren bedeutet eine Demokratisierung der Höhe. Wo früher nur einige Bergsteiger oder Hirten hinkamen, tummeln sich heute Besucher, Familien und Reisende.

155 Jahre später ist die Rigi Bahn immer noch in Betrieb und stellt moderne neben historische Züge. Ihre Existenz erinnert daran, dass jedes Stück Infrastruktur auch die Geschichte einer Epoche ist, die sich an Grenzen messen und diese in Chancen verwandeln wollte.

Übertragung aus dem Italienischen mit KI/br

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