Die Hilfe für Afghanistan rollt wieder an

Unterwegs nach Afghanistan: Nach dem Vormarsch der Nordallianz hoffen die Hilfsorganisationen die Menschen wieder versorgen zu können. Keystone

In Afghanistan ist die Nordallianz bis nach Kabul vorgedrungen, die Taliban ziehen sich zurück. IKRK und UNO planen eine Rückkehr in das Land. Aber es herrscht Chaos.

Dieser Inhalt wurde am 13. November 2001 - 15:20 publiziert

Wie? Wohin? Wann? Während die Nordallianz rasant vormarschiert und sich die Taliban in den Süden des kriegsversehrten Landes zurückziehen, suchen die Hilfsorganisationen Wege, um zu den Bedürftigen zu gelangen.

Die humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen wartet noch auf grünes Licht der UNO-Sicherheits-Spezialisten, bevor sie ihre Leute nach Afghanistan zurückschickt. Ein Sprecher des UNO-Flüchtlings-Hilfswerks (UNHCR) erklärte, die Mitarbeiter seien bereit, in die Gebiete der Nordallianz zu reisen.

Grosse Fragezeichen bei der Sicherheit

Die militärischen Ereignisse haben laut Angaben des UNHCR keine neuen Flüchtlingsströme ausgelöst. Deshalb könnten die Hilfsorganisationen gleich an Ort und Stelle tätig werden.

Gleichzeitig bereitet das UNHCR in Pakistan das Terrain für die Rückkehr der afghanischen Flüchtlinge vor. Verantwortliche des Welternährungs-Programms (WFP) befürchten jedoch, dass diese und intern vertriebene Menschen in Zukunft schwieriger versorgt werden können, weil sich die Sicherheitslage verschlechtert.

Zusammen mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will das WFP Hilfsgüter in das nördliche Masar-i-Sharif bringen. Drei Millionen Menschen könnten versorgt werden: Nahrungsmittel und Lastwagen seien vorhanden, auch wenn 89 Tonnen Hilfsgüter aus dem Lager in der Stadt verschwunden seien, so eine Sprecherin des WFP. "Zugang und Sicherheit - das ist das Problem".

Das IKRK will auch sein Büro in Herat wiederbesetzen. Laut einem Sprecher in Teheran (Iran) haben die Taliban die Stadt verlassen, doch sei die Situation sehr konfus.

IKRK will arbeiten

Gegenüber swissinfo erklärte Bernard Barrett vom IKRK in Islamabad (Pakistan), dass die Sicherheitslage in Kabul unklar sei und sich von Stunde zu Stunde verändere. Ein Depot des IKRK sei geplündert worden, hätten IKRK-Leute gemeldet. Zusammen mit den politisch Verantwortlichen an Ort - sofern vorhanden - versucht das IKRK nun, die Sicherheit seiner afghanischen Mitarbeiter zu garantieren.

In Masar-i-Sharif könne das Rote Kreuz zusammen mit dem Roten Halbmond weiterarbeiten - wie bereits in den vergangenen Jahrzehnten.

Prioritär sei zur Zeit die Rückkehr der ausländischen Mitarbeiter des IKRK, so Barrett. Zwar sei die Hilfe nicht gestoppt worden, aber gebremst. Dann müsse die Infrastruktur geprüft und verbessert werden - vor allem für die Spitäler. Auch will das IKRK endlich seine Hilfe in ländliche Gebiete ausweiten - hier im Bereich Nahrungsmittel-Hilfe.

Versehrtes Afghanistan

In Afghanistan gilt es Millionen von Menschen zu versorgen. Jahrelange Dürre und Krieg haben das Land an den Rand einer humanitären Katastrophe gedrängt. Nahrungsmittel und Material sind vorhanden.

Die Schweiz beispielsweise hat drei Luftfrachtladungen von Zürich nach Turkmenistan entsandt. Inhalt: Decken, Zelte, Küchenmaterial und Schlafsäcke. Die Lieferung kommt 20'000 Flüchtlingen zu Gute. Die humanitäre Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) beläuft sich dieses Jahr bisher auf 17,5 Mio. Franken.

swissinfo und Agenturen

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