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Die Swissair-Aktionäre haben ihr Geld verloren

25. April 2001: Letzter Grossaufmarsch der Swissair-Aktionäre zur SAir-Generalversammlung. Keystone Archive

Die 63'000 Aktionäre der bankrotten Swissair haben am Mittwoch ihren Einsatz an der Börse verloren. Die Papiere waren schon kurz nach Handelsbeginn praktisch wertlos. Unique und Kuoni wurden in Mitleidenschaft gezogen. Bund und Kantone rechnen mit Millionenverlusten.

Dieser Inhalt wurde am 03. Oktober 2001 - 18:37 publiziert

Schon Minuten nach Handelsbeginn waren die Aktien der Swissair am Mittwoch morgen von 41,05 Franken um 96% auf 1,27 Franken abgesackt. Bei Börsenschluss notierten die Titel bei 6,50 Franken, 84,17 % unter dem Schlusskurs vom Freitag. Am Montag und Dienstag waren die Aktien der Swissair nicht gehandelt worden.

Kleinanleger weniger betroffen

Mit dem Absturz der Swissair-Aktie ist ein Börsenwert von gut einer halben Milliarde Franken vernichtet worden. Gemäss Angaben von Analysten haben dabei vor allem die öffentliche Hand und die Pensionskassen Geld verloren, die entlang des SMI investieren.

Kleinanleger dürften weniger betroffen sein, dies obschon die Swissair-Papiere lange Zeit als Volksaktien galten. Die Banken hätten schon seit geraumer Zeit empfohlen, die Swissair-Aktien zu verkaufen, sagte ein Analyst. Im Sommer 1998 hatte eine Swissair- Aktie noch rund 500 Franken gekostet.

Grosser Verlierer: die öffentliche Hand

Bund und viele Kantone rechnen mit Abschreibungen in Millionenhöhe. 11,7 Prozent der Swissair-Aktien werden von der öffentlichen Hand gehalten, also Bund, Kantonen und Gemeinden.

Allein der Bund und der Kanton Zürich halten je rund 3% der Swissair-Papiere und damit das Maximum gemäss den Vinkulierungs-Bestimmungen der Swissair. Damit sind sie die grössten Aktionäre seitens der öffentlichen Hand.

Den Kantonen insgesamt droht ein Verlust von insgesamt rund 140 Mio. Franken. Am stärksten betroffen sind die Kantone Genf und Zürich. Zürich rechnet mit einem Verlust von 42 Mio. Franken, Genf mit einem solchen von 57,3 Millionen.

Mit einem blauen Auge davon kommen diejenigen Kantone, welche ihre Beteiligung in weiser Voraussicht schon abgestossen haben. Dazu gehören Bern, Solothurn, Schaffhausen Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden sowie die meisten Innerschweizer Kantone.

Banken-unfreundliche Stimmung

Die Anleger reagierten heftig auf die Rolle der Banken beim Swissair-Debakel. Den Konzernen UBS und Credit Suisse Group (CSG) wird vorgeworfen, der illiquiden Swissair Geld zu spät überwiesen zu haben, so dass die Swissair zur Einstellung des Flugbetriebes gezwungen war.

Die UBS verlor bis Börsenschluss 3,63% auf 70,31 Franken. UBS übernimmt 51% der Kosten von total 1,35 Mrd. Franken, welche zum Erhalt einer Fluggesellschaft in der Schweiz aufgewendet werden. Die Credit Suisse Group liess um 0,1% auf 51,6 Franken nach.

Unique und Kuoni eingebrochen

Die Titel der Flughafen-Betreiberin Unique haben ebenfalls an Wert verloren, wenn auch aus anderen Gründen. Unique notierte bei Börsenschluss 18,9% tiefer bei 90 Franken. Die Gesellschaft sei durch die Einstellung der Swissair-Flüge stark betroffen, sagte ein Händler.

Wie Unique am Mittwoch mitteilte, hat die Grossbank UBS der Unique Flughafen Zürich AG einen Kredit von 100 Mio. Franken gekündigt. Die kurz- und langfristige Liquidität sei aber sicher gestellt, betonte der Flughafendirektor Josef Felder.

Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde Kuoni. Die Titel des Reisekonzerns verloren um 17,8% auf 245 Franken.

Crossair profitiert

Profitiert von der Situation hat indes die Regionalflug-Gesellschaft Crossair, aus der mit Teilen des Swissair- Fluggeschäftes eine Auffanggesellschaft gegründet werden soll.

An Crossair halten die beiden Grossbanken 70 %, nachdem sie diesen Anteil am Dienstag der Swissair für 258 Mio. Franken abgekauft haben. Die Crossair-Aktien legten um 21,4 % auf 340 Franken zu. 50 Mio. Franken ihres Kaufpreises für Crossair haben die Grossbanken damit auf dem Papier wieder hereingeholt.

swissinfo und Agenturen

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