Die Uhrenindustrie ist fit

Die Schweizer Uhren sind nach wie vor auf dem Weltmarkt begehrt. Keystone Archive

Die Schweizer Uhrenindustrie ist in diesem Jahr trotz weltweiter Konjunkturabkühlung gewachsen. Die Zukunft hängt vom Aufschwung in den USA ab.

Dieser Inhalt wurde am 26. Dezember 2001 - 10:50 publiziert

"Trotz der Konjunkturflaute werden die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie 2001 eine Rekordmarke von 10,5 Mrd. Franken erreichen", prognostizierte der Präsident des Branchenverbandes FH (Fédération de l'industrie horlogère). Im Jahr 2000 waren die Exporte um 14,4 Prozent auf 10,3 Mrd. Fr. gestiegen.

11. September hat Spuren hinterlassen

Die Konjunkturschwäche in den USA habe aber das Exportwachstum gebremst, stellt Habersaat weiter fest. Ende Oktober seien die Exporte nach den USA, dem grössten Absatzmarkt der schweizerischen Uhrenindustrie, im Vorjahresvergleich um 10% zurückgegangen. Auch die Anschläge des 11. Septembers hätten ihre Spuren hinterlassen.

Das Verhalten der US-Konsumenten werde entscheidend sein für die Exportentwicklung im kommenden Jahr, vermutet der FH-Präsident. Falls die Ausgaben der US-Privathaushalte nicht anzögen, könnte dies in den asiatischen Absatzmärkten einen Domino-Effekt auslösen. Grund zur Panik gebe es aber vorderhand nicht.

Auch positive Vorzeichen

"Es gibt in den USA aber auch positive Vorzeichen, so vor allem das tiefe Zinsniveau, das den Privatkonsum wieder ankurbeln sollte", sagte er weiter. Dazu komme die Tatsache, dass die von Präsident Bush versprochene Steuersenkung die Konsumlust wieder wachrütteln werde.

Gesamthaft gesehen habe die Schweizer Uhrenbranche jedoch von der guten Nachfrage in ihren wichtigsten Absatzmärkten profitiert, fasst Habersaat zusammen. Japan habe der Rezession zum Trotz die Importe von Schweizer Uhren im laufenden Jahr deutlich gesteigert. Auch der wichtige Absatzmarkt Hongkong - Nummer Zwei hinter den USA- habe seinen Wachstumsrhythmus beibehalten.

Im Mittleren Osten (Saudi-Arabien, Vereinigte Emirate und Katar) hätten die stark gesunkenen Erdölpreise den Uhrenverkäufen nichts anhaben können, versichert Habersaat: "In diesen Ländern geben die Konsumenten heute offenbar jenes Geld aus, das sie im Boom-Jahr 2000 verdient haben."

Warten auf China

Grosses erhofft sich Haberssat von der Volksrepublik China. "Mit dem Eintritt Chinas in die Welthandelsorganisation WTO werden die Zölle drastisch sinken. Diese Tatsache sowie der gute Ruf des 'Swiss Made' in China werden den schweizerischen Uhrenexporten nach dem Reich der Mitte Flügel verleihen", freut sich der Branchen- Präsident.

swissinfo und Philippe Lebet, sda

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen