Eine Armee auf Pikett?
Armeechef André Blattmann denkt über neue Dienstmodelle nach - darunter einen WK auf Abruf. Als mögliche Gefahr für die Schweiz bezeichnet er in einem Interview mit Tages-Anzeiger und Bund vom Mittwoch Migrationsströme.
«Auch in Europa können Situationen entstehen, die wir uns heute gar nicht vorstellen können», sagt Blattmann in dem Zeitungsinterview. «Denken Sie nur an die wirtschaftliche Situation in Griechenland: Plötzlich steht in einem EU-Land der Staat vor dem Bankrott.»
Es seien durchaus Situationen vorstellbar, in denen die Armee die Infrastruktur schützen müsse. Auch grosse Migrationsströme könnten einen Einsatz nötig machen.
Der neue Sicherheitspolitische Bericht werde auf solche Szenarien eingehen.
Parallel dazu werde ein Armeebericht aufzeigen, welche Dienstmodelle künftig vorstellbar seien. Man könnte die Dauer der Rekrutenschulen und Wiederholungskurse ändern. Oder man könnte die RS modular aufbauen, so dass die Rekruten jeweils für kurze Ausbildungseinheiten einrücken.
«Denkbar wäre auch, dass man statt herkömmlicher WK einen Pikett- WK macht», sagt Blattmann. Der Soldat müsste bei seinem Arbeitgeber sicherstellen, dass er während dreier bestimmter Wochen pro Jahr in den Dienst abberufen werden könne – wenn etwa die Sicherheitslage einen Einsatz nötig mache.
swissinfo.ch und Agenturen
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