Euro-2008-Fahrplan stimmt: Schweiz schlägt Holland

9. Minute, erster Streich: Tranquillo Barnetta hat den Penalty wuchtig versenkt. Keystone

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft im Aufwärtstrend: Die Spieler Köbi Kuhns besiegten in Genf Holland mit 2:1. Beide Tore erzielte Tranquillo Barnetta.

Dieser Inhalt wurde am 22. August 2007 - 22:23 publiziert

Die junge Mannschaft überzeugte mit technisch starkem Angriffsfussball. Die Verteidigung zeigte sich hingegen noch nicht durchwegs sattelfest.

Die Schweizer Fussball-Nati ist definitiv wieder auf Euro-2008-Kurs: In einem begeisternden Testspiel schlugen die Schweizer Spieler die Holländer völlig verdient 2:1.

Im besten Spiel seit der Weltmeisterschaft 2006 zeigten sie einen unermüdlichen und technisch überzeugenden Angriffsfussball, mit dem sie die Holländer zeitweise stark in die Defensive drängten.

Dank zwei Treffern des herausragenden Tranquillo Barnetta schaffte die Schweiz erstmals seit 14 Jahren wieder einen Sieg über einen Gegner aus den Top Ten: In der aktuellen FIFA-Rangliste belegen die Oranjes Platz sieben.

Der Matchwinner

In der 9. Minute verwertete der für Leverkusen spielende Ostschweizer Barnetta einen Penalty sicher. Nach der Pause bezwang er den holländischen Hüter Stekelenburg mit einem wuchtigen Schuss aus Halblinks zum zweiten Mal.

"Es war auch Glück dabei, dass der Ball abprallte und mir wie eine Billardkugel vor die Füsse fiel", sagte Barnetta zum Siegestreffer in der 51. Minute. Eine spezielle Genugtuung war für ihn der Penaltytreffer gleich zu Beginn der Partie. "Ich habe flach geschossen und getroffen", so Barnetta. Er habe sich konzentriert und sei überzeugt gewesen, dass der Ball im Netz lande.

An der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hatte Barnetta mit seinem verschossenen Elfmeter an die Latte dazu beigetragen, dass die Schweiz im Achtelfinal gegen die Ukraine ausgeschieden war.

Des Trainers Lächeln

Nati-Trainer Köbi Kuhn, der nach der WM nach schwachen Auftritten der Schweiz in die Kritik geraten war, konnte nach dem Schlusspfiff wieder einmal sein verschmitztes Lächeln aus der WM-Qualifikation zeigen.

"Dieser Sieg ist sehr hoch einzustufen. Er ist eine Bestätigung der guten Leistung im letzten Spiel gegen Argentinien sowie eine Bestätigung des Aufwärtstrends, die uns sehr gut tut", so Kuhn.

Besonders hervor hob er das Engagement seiner Spieler. "Es brauchte hundertprozentigen Einsatz von allen, ich kann der Mannschaft nur gratulieren!"

Unkonzentriert

Eine Unaufmerksamkeit in der Schweizer Hintermannschaft in der Euphorie nach dem zweiten Treffer führte nur wenige Sekunden darauf zum Anschlusstreffer der Holländer: Philipp Degen war von Ryan Babel überlaufen worden, Dirk Kuyt nickte die Flanke an Philippe Senderos vorbei ins Netz.

Nachdem der starke Fabio Coltorti im Schweizer Tor in der 63. Minute einen Direktschuss von Babel reflexschnell zur Seite lenken konnte, mussten die Schweizer kaum noch um den Sieg bangen.

Letztmals vor 13 Jahren

Im Gegenteil: Der eingewechselte Hakan Yakin vergab in der 83. Minute nach einer Flanke von Ludovic Magnin etwas leichtfertig die Siegsicherung.

Zum letzten Mal hatte die Schweiz ein Team aus den Top Ten vor 13 Jahren bezwungen: Am 1. Mai 1993 schlug die Schweizer Nationalmannschaft unter Trainer Roy Hodgson Italien in Bern mit 1:0.

swissinfo, Renat Künzi und Agenturen

Match-Telegramm

Stade de Genève, 24'000 Zuschauer.

Schweiz - Holland 2:1.

Tore: 9. Barnetta (Foulpenalty) 1:0.
51. Barnetta 2:0.
52. Kuyt 2:1.

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Sicherheit an der Euro 2008

Das Länderspiel gegen Holland war der letzte Test für das Sicherheitsdispositiv im und um das Stade de Geneve vor dem Grossanlass im nächsten Sommer.

Erstmals waren ausländische Polizisten an einem Fussballspiel in der Schweiz im Einsatz, nämlich sechs Hooligan-Spezialisten der holländischen Polizei in Zivil.

Zusätzlich standen zwei uniformierte holländische Polizisten in Kontakt mit den rund 1000 angereisten holländischen Fans.

Vor der Partie hatte sich Sportminister Samuel Schmid mit den Polizeidirektoren der Westschweizer Kantone und des Tessins getroffen.

Diese verlangten, dass sie vom Bund und den Austragungsorten in der Deutschschweiz stärker in die Vorbereitungen einbezogen werden.

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