Aktionäre werden kritischer
Das Verhalten der "Noch-Börseler" gibt laut den Autoren der Studie über Aktienbesitz des Swiss Banking Institute von der Universität Zürich Anlass zu Hoffnung.
So habe sich im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2000 der Kenntisstand der Anleger stark verbessert. Mit 40% gaben beispielsweise doppelt so viele Aktienbesitzer an, zu wissen was ein derivates Instrument ist.
Des Weiteren lasse die starke Zunahme bei den Lesern von Geschäftsberichten (plus 70%) eine Orientierung der Anleger hin zu den «Fundamentals» eines Unternehmens erkennen.
Internet gewinnt an Bedeutung
Noch immer informieren sich die Anleger vor allem über die Presse. Allerdings nennen nur noch 75% (90%) dieses Medium als Hauptinformations-Quelle. An vorderster Stelle steht die «Neue Zürcher Zeitung», gefolgt von «Tages-Anzeiger» und «Cash».
Inzwischen informiert sich fast die Hälfte der Anleger übers Internet (plus 35%). Bei den 18- bis 29-Jährigen dominiert das Internet gar mit 80%. Bei den surfenden Anlegern ist die Finanz-Website der UBS am beliebtesten, auf den nächsten Rängen folgen jene von Swissquote und Credit Suisse.
Während die Anleger bei der letzten Befragung «Fusionen» als wichtigsten Einflussfaktor auf den Aktienkurs betrachteten, messen sie heute dem «Management» am meisten Bedeutung bei.
Rolle der Manager im Fokus
Die Aktionäre haben die Manager im Visier: Die aktuelle Frage der Offenlegung der Bezüge von Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten beantworteten die Anleger laut Studie klar. Die Mehrheit wünsche ein differenzierte Offenlegung der einzelnen Bezüge.
Ein deutlicher Umschwung zeichnet sich bei der Meinung zu Investitionen der Pensionskassen ab. Nur noch 26% (46%) der Aktienbesitzer sind der Ansicht, dass Pensionskassen-Vermögen vermehrt in Aktien investiert werden soll.
Zum ersten Mal wurden die Anleger zur Corporate Governance befragt. Während rund 37% am Stimmrecht an der Generalversammlung (GV) interessiert sind, gaben nur 30% an, sie hätten im letzten Jahr an einer GV teilgenommen.
Als Hauptgrund für die Absenz gilt der Zeitaufwand. «Ebenfalls häufig wird auf den Umstand hingewiesen, dass die Einflussmöglichkeiten eines Kleinaktionärs gering sind», heisst es weiter.
swissinfo und Agenturen
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