Arbeitskonflikt auf dem Flughafen Zürich-Kloten beendet
Die Gepäckarbeiter auf dem Flughafen Zürich haben nach eintägigem Streik am Dienstag früh (25.01.) die Arbeit wieder begonnen. Mit ihrem Schlichtungsangebot konnte die SAir-Group die Emotionen fürs erste glätten. Nun beginnen zähe Verhandlungen.
Die Gepäckarbeiter auf dem Flughafen Zürich haben nach eintägigem Streik am Dienstag früh (25.01.) die Arbeit wieder begonnen. Mit ihrem Schlichtungsangebot konnte die SAir-Group die Emotionen fürs erste glätten. Nun beginnen zähe Verhandlungen.
Kurz nach Mitternacht einigten sich die Streikenden mit der zur SAir-Group gehörenden, für die Gepäckabfertigung zuständigen Swissport. Die Arbeiter erschienen am frühen Morgen in grösserer Anzahl als üblich, um den Rückstand vom Vortag aufzuholen, wie SAir- Group-Sprecher Hans Klaus auf Anfrage sagte.
Verhandlungen angelaufen
Der Rückstau betrug rund 3500 Gepäckstücke. Klaus rechnete mit mindestens einem weiteren Tag, bis der Betrieb wieder normal laufe. Gemäss der Einigung wurde eine Betriebskommission gebildet, die über die Forderungen verhandelt. Eine erste Aussprache fand bereits am Dienstagmorgen statt.
Die schnelle Beilegung des Streiks war ebenso überraschend wie dessem Beginn ohne Kenntnis der Gewerkschaften am Montagmorgen. Laut Klaus musste die Swissport Zugeständnisse machen, um den strategisch wichtigen Gepäckbetrieb wieder in den Griff zu kriegen.
«Demütigung» rückgängig machen
Die Swissport habe aber auch eingesehen, dass die im letzten November aus der Swissair-Familie ausgelagerte Gepäcksortierung für die Betroffenen zu einem grossen emotionalen Problem geführt habe. Diese Ansicht vertrat am Dienstag auch Jim Sailer von der das Management der ausgelagerten Firma wieder voll zu übernehmen. Der Chef von Swissport International, Joseph In Albon, erschien am Montag abend denn auch persönlich, um dies den Arbeitern mitzuteilen.
Schnelle Einigung gefragt
Welche materiellen Folgen das neue Management für die rund 400 Gepäckarbeiter hat, ist noch offen. Laut Sailer ist eine schnelle Einigung gefragt, um neue Streiks zu verhindern. Die Gepäckarbeiter sehen sich in der ausgelagerten Firma LSS, bei der die Swissport noch mit 50 Prozent beteiligt ist, schlechter gestellt als früher. Vor allem fürchten sie aber eine weitere Verschlechterung.
Die Swissport hatte per November 1999 die Gepäcksortierung ausgelagert und zusammen mit dem Logistikunternehmen ISS in die neue Firma LSS-Swissport eingebracht. Dies führte im Oktober zu einem ersten Streik, der durch die Aushandlung eines speziellen LSS- Gesamtarbeitsvertrags vorerst abgefangen wurde.
SRI und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch