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Aus Oerlikon-Bührle wird Unaxis

Nach dem radikalen Umbau wird der Oerlikon-Bührle-Konzern umgetauft: Der Technologie- und Hightech-Konzern heisst künftig Unaxis. Nach dem Verlust von 169 Mio. Franken im Vorjahr überschritt Oerlikon-Bührle 1999 wieder knapp die Gewinnschwelle.

Der radikal umgebaute Oerlikon-Bührle-Konzern soll unter dem neuen Namen Unaxis in die Zukunft segeln. Der einstige Mischkonzern kam gemäss Mitteilung vom Dienstag (04.04.) in Zürich 1999 knapp wieder in die Gewinnzone. Die Aktionäre sollen dennoch auf eine Dividende verzichten.

Nach dem Verkauf der Immobilien, der Bally-Schuhwerke und der einstigen Waffenschmiede Oerlikon Contraves Defence sowie strategischen Investitionen in wachstumsstarke Bereiche der Informationstechnologie (IT) ist die Umwandlung von Oerlikon-Bührle in den Technologiekonzern Unaxis praktisch abgeschlossen, wie die Oerlikon-Bührle Holding AG (OBH) mitteilte.

Unaxis erhält drei Kernbereiche: Information Technology, Surface Technology und Components. Dieses Jahr werden für sie deutlich höhere Umsatz- und Ertragszahlen als 1999 erwartet.

Vollständig abgeschlossen wird der Umbau durch den Mitte Jahr bevorstehenden Verkauf der Hotel Zürich AG sowie der Pilatus-Flugzeugwerke; für Letzteren will sich Unaxis Zeit lassen.

Pilatus erzielte letztes Jahr mit 435 Mio. Franken (plus 13 Prozent gegenüber 1998) den bisher höchsten Umsatz; der Betriebsgewinn betrug zwölf Mio. Franken (plus neun Prozent). Pilatus-Chef Oscar J. Schwenk sagte in einem Interview der «NeuenLuzerner Zeitung», bis spätestens Ende 2001 müsse eine Lösung gefunden sein. Es dürfe aber nicht passieren, «dass jemand wie mit einer Pipette die Pilatus-Werke aussaugt». Der von Analysten genannte Verkaufspreis von 250 Mio. Franken sei an der untern Grenze der Preisvorstellungen.

Umsatzstagnation – Mehr Aufträge

1999 wurde die Oerlikon-Bührle-Rechnung aufgeteilt in die Teilkonzerne Kern- und Devestitionsbereiche. In den Kernbereichen stieg der Bestellungseingang gegenüber 1998 um sieben Prozent auf 2,040 Mrd., der Auftragsbestand um 21 Prozent auf 756 Mio. Franken. Der Umsatz wuchs um ein Prozent auf 1,893 Mrd. Franken, hauptsächlich wegen der bisher längsten Krise der Halbleiterindustrie.

47 Prozent des Umsatzes und 50 Prozent des Bestellungseingangs entfielen auf IT. Das Betriebsergebnis der Kernbereiche stieg um rund zehn Prozent auf 111 Mio. Franken; darin sind Sonderkosten von 24 Mio. Franken für Restrukturierungen enthalten. Die Devestitionsbereiche belasteten das Betriebsergebnis mit 31 Mio. Franken.

Fünf Millionen Franken Gewinn – Dividendenverzicht

Die Kernbereiche erzielten gemäss Mitteilung ein anteiliges Konzernergebnis von 54 Mio. Franken, 13 Prozent mehr als 1998. Nach Berücksichtigung des stark von Bally beeinflussten Konzernergebnisses der Devestitionsbereiche verblieb insgesamt ein Konzerngewinn von fünf Mio. Franken; 1998 wurde noch ein Verlust von 169 Mio. Franken verbucht. Den Aktionären wird für 1999 ein Dividendenverzicht beantragt; sie sollen am kommenden 4. Mai auch der Namensänderung sowie der Schaffung von genehmigtem und bedingtem Aktienkapital von insgesamt 47,2 Mio. Franken zustimmen; dieses soll für künftige Investitionen und für eine Mitarbeiterbeteiligung dienen.

Minus 14 Millionen nach Firmenverkäufen – Schuldenabbau

Die Verkäufe von Bally, Immobilien und Rüstungsbereich brachten Oerlikon-Bührle einen Bruttoerlös 558 Mio. Franken ein. Nach Berücksichtigung von 499 Mio. Franken an konsolidiertem Eigenkapital verblieb ein Bruttoerlös von 59 Millionen Franken. Davon wurden 73 Mio. Franken an Verkaufsspesen und nicht näher umschriebenen «künftig noch anfallende Kosten» abgezogen. Dies ergibt letztlich ein Minus von 14 Mio. Franken.

Die Verkäufe ermöglichten einen Schuldenabbau. Laut OBH wandelte sich die Nettoverschuldung (Anfang 1999: 656 Mio. Franken) bis Ende Jahr in eine Netto-Liquiditätsposition von 206 Mio. Franken. Die Devestitionen ermöglichten auch Positionsverstärkungen. So wurde ein 26,9-Prozent-Anteil an ESEC erworben, der bis Mitte 2001 zur kontrollierenden Mehrheit werden soll.

swissinfo und Agenturen

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